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Pokémon bekommt eine neue Serie, auf die ich mich mehr freue als auf die letzten 25 Jahre Anime

Auf die neue Concierge-Serie freue ich mich mehr als auf die letzten 25 Jahre Anime

© Nintendo / The Pokémon Company International / Nintendo / The Pokémon Company International

Schon seit ich denken kann, begleitet mich das Pokémon-Franchise durch Dick und Dünn: Als Kind waren es die Spiele und die Sammelkarten, als Erwachsener sind es die Spiele und die Sammelkarten.

[GUI_GREYBOX(title=Update 29.12.:,text=Die Serie ist mittlerweile gestartet. Deshalb haben wir die Kolumne aus dem Archiv geholt.)]

Obwohl ich regelmäßig selbst in der ersten Reihe stehe, um die neuen Generationen mit ihren immer kürzeren Entwicklungszyklen und der immer schlechteren Technik zu kritisieren, komme ich von den Taschenmonstern einfach nicht los. Doch während mich die Filme und die Serie bisher noch nie in ihren Bann gezogen haben, könnte eine neue Bewegtbildproduktion dies nun endlich ändern.

© Nintendo / The Pokémon Company International / Nintendo / The Pokémon Company International

Die Pokémon-Concierge: Frische Optik dank Stop-Motion

Mit Die Pokémon-Concierge kündigte Netflix Ende Februar eine brandneue Serie im Pokémon-Universum an, die sich von dem seit 1997 ausgestrahlten Anime nicht stärker unterscheiden könnte. Das fängt schon bei der Optik an: Statt auf den altbewährten Zeichentrickstil zu setzen, verzaubert die am 28. Dezember beim Streaming-Service anlaufende Serie in wunderschönem Stop-Motion. Die mit chirurgischer Präzision gefertigten, bewegten und gefilmten Figuren feiern dank Filmen wie Wes Andersons Isle of Dogs, Guillermo del Toros Pinocchio oder der Netflix-Produktion The House in den letzten Jahren glücklicherweise ein wohl verdientes Comeback.

Nicht, dass ich etwas gegen die Animationsqualität der Pokémon-Serie einzuwenden hätte, ganz im Gegenteil: Gerade in letzter Zeit stolpere ich im Internet immer wieder über einzelne Clips, die mit herausragenden Szenen glänzen und bei deren Entwicklung namhafte Industrie-Talente am Werk waren. Aber nach über 25 Jahren Zeichentrick freue ich mich eben auch über etwas Abwechslung und besonders die Taschenmonster in Die Pokémon-Concierge gewinnen durch den flauschigen Look aus Filz noch einmal ordentlich an Persönlichkeit: Wer möchte ein solch knuffiges Enton nicht gerne in den Arm nehmen?

Entspannung statt Action

Aber nicht nur mit der Optik schlägt man neue Wege ein, auch der Ton ist ein völlig anderer: Im Anime standen bis vor Kurzem die Abenteuer von Ash und Pikachu sowie weiterer illustrer, je nach Region wechselnder Begleiter, im Rampenlicht. Der im jungen Alter von zehn Jahren losgezogene Trainer bestreitet mit seinem Taschenmonster-Team unzählige Kämpfe, bei denen man die in den Spielen verankerte Logik gerne mal aus dem Fenster wirft. Was sind schon Typen-Vorteile, wenn man die Kraft der Freundschaft und einen starken Willen hat?! Es mag kleinkariert wirken, aber dieser Umstand hat mir die Serie immer ein bisschen madig gemacht.

Die frischgebackene Concierge Haru muss erst einmal lernen, wie man mit den Pokémon und ihren vielen verschiedenen Bedürfnissen richtig umgeht.

Bei Die Pokémon-Concierge ist das zum Glück irrelevant, denn die Geschichte von Protagonistin Haru kommt ganz und gar ohne Gewalt aus. Statt hitziger Duelle geht es um den Alltag der frisch gestarteten Concierge im Pokémon Resort: Einem friedvollen Ferienort, an dem die Gäste weder Tischmanieren noch die menschliche Sprache beherrschen, deshalb aber nicht weniger Anrecht auf einen Urlaub abseits des stressigen Pokémon-Daseins haben. Zwar artet das Betreuen der süßen Kreaturen gerne mal in Chaos aus, wenn Enton mit seinen Telepathie-Kräften eine Dose mit Bonbons zum Schweben bringt oder Hydropi mit einer Aquaknarre für ein ungewolltes Bad sorgt.

Trotzdem steht in der Ende Dezember erscheinenden Serie vor allem der Wohlfühlfaktor im Vordergrund: Die Pokémon-Concierge scheint sich ganz auf bildhübsche Strände und Dschungel, die Beziehungen von Haru zu den verschiedenen Taschenmonstern und ihrem zwischen Entspannung und Tumult changierenden Aufenthalt zu konzentrieren, während ein Spritzer Comedy die sonst eher ruhige Grundstimmung auflockert. Damit brauche ich mir meinen Kopf nicht über missachtete Spielregeln zu zerbrechen, sondern kann mich einfach zurücklehnen und den Pokémon beim Schabernack treiben zuschauen.

So viel Charme im kleinen Finger

Schon bei der Ankündigung ließ Netflix übrigens verlauten, wer sich für Die Pokémon-Concierge verantwortlich zeigen wird: Dwarf Studios, die Stop-Motion-Fans vermutlich bereits für ihre nicht weniger charmante Serie Rilakkuma und Kaoru kennen. Dass man dort einige Ausnahmetalente versammelt haben muss, beweist auch der neue Trailer, der neben den Modellen von Menschen und Pokémon detailreiche Hintergründe und liebevolle Animationen präsentiert.

Abschalten und wohlfühlen: Zwischen den Feiertagen kommt Die Pokémon-Concierge wie gerufen, um eventuellen Stress mit der Verwandschaft zu vergessen.

Im positiven Sinne den Vogel abgeschossen hat man dann aber mit dem Titelsong „Have a Good Time Here“, der von niemand geringerem gesungen wird als der legendären Mariya Takeuchi. Der 1984 von ihr veröffentlichte Song „Plastic Love“ hat das City Pop-Genre geprägt wie kein anderer und wird, dank des YouTube-Algorithmus und trotz regelmäßiger Löschungen auf der Videoplattform, auch heute noch Menschen auf der ganzen Welt regelmäßig vor die Füße gespült.

Zu hören ist Takeuchis neue Single dann ab dem 28. November auf Netflix, wo Die Pokémon-Concierge in vier Folgen mit jeweils 14 – 20 Minuten Laufzeit für Entspannung sorgen möchte. Und wenn euch die Wartezeit bis dahin auch noch ewig lang vorkommt: Ab dem 14. Dezember erscheint für Pokémon Karmesin & Purpur der zweite DLC Die indigoblaue Scheibe, der euch in der Blaubeer-Akademie mit frischen Kämpfen in der kalten Winterzeit einheizt.

Kommentare

1 Kommentare

  1. Danke für den Tipp. Hab noch nix davon mitbekommen. An den freien Tagen werde ich mir die Serie mit Freuden mal angucken.
    Der alte Anime wird wegen Gesamtlaufzeit und aus Nostalgie-Gründen aber immer die Nase vor haben.

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