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Microsoft will mehr Fallout: Es wird endlich Zeit für ein neues New Vegas von Obsidian

Kolumne: Es wird Zeit für einen zweiten Teil von Obsidian

© Obsidian Entertainment / Namco Bandai

Es herrscht riesige Freunde in der Endzeit: Der Erfolg der Amazon-Serie hat Fallout vielleicht nicht in ungeahnte Höhen geschossen, aber die Reihe ist so beliebt, wie schon lange nicht mehr: Egal ob Fallout 4, 76, New Vegas oder sogar die „alten Schinken“ – die postapokalyptische Rollenspielreihe ist im Trend und hat sogar kurzzeitig die größte Mod-Seite der Welt lahmgelegt.

Normalerweise greifen in solchen Momenten die typischen Mechanismen: Auf den Hype aufspringen, neue und zurückkehrende Spieler binden und am besten noch einmal nachlegen. Im Falle von Fallout ist das aber gar nicht so einfach: Mit einem neuen Serienteil ist erst für 2030 oder später zu rechnen. Ein Umstand, der laut einem Gerücht Microsoft auf den Plan ruft, denn der US-Konzern würde lieber früher als später von den gigantischen Zahlen profitieren. Was liegt also näher, als endlich ein Fallout: New Vegas 2 in Auftrag zu geben? 

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Fallout zeigt die Probleme von moderner Franchise-Pflege

Ganz so einfach ist das aber natürlich nicht: Microsoft selbst kann beziehungsweise will nicht frei über die Fallout-Marke entscheiden. Die befindet sich seit 2007 im Besitz von Bethesda. Zwar gehört das Studio seit einigen Jahren fest zum Xbox- und Windows-Hersteller, der lässt Todd Howard und seinem Team aber relativ freie Hand – zumindest basierend auf den Informationen, die nach außen dringen. Dort schätzt man das eigene Franchise wiederum so sehr, dass man bislang nicht den Eindruck erweckte, jenes an ein anderes Studio auslagern zu wollen.

Bethesda selbst wiederum ist längst nicht groß genug, um zwei riesige Rollenspiel-Projekte gleichzeitig zu entwickeln. Stattdessen sieht der Fokus in Rockville, Maryland wie folgt aus: Einerseits die Erweiterung Shattered Space für Starfield veröffentlichen, andererseits die Entwicklung von The Elder Scrolls 6 vorantreiben. Immerhin warten die Fans mittlerweile auch schon seit 13 Jahren auf einen waschechten Skyrim-Nachfolger und müssen wohl noch einige Jahre Geduld haben. Jüngsten Aussagen zufolge sollte man nicht vor 2028 mit einer Rückkehr ins Fantasy-Reich Tamriel planen.

Für ein neues Fallout ist also derzeit gar kein Platz. Zwar hat Todd Howard als Creative Director längst Ideen für Fallout 5, aber bevor die Wirklichkeit werden, erleben wir mit ziemlicher Sicherheit den Beginn eines neue Jahrzehnts. Anders ausgedrückt: Der Nachfolger zu Fallout 4, den Online-Abstecher von 2018 einmal ausgeklammert, lässt ebenfalls fünfzehn Jahre oder länger auf sich warten.

Ein Problem, mit dem sich nicht nur diese beiden Marken herumschlagen: GTA 6 wird im besten Falle zwölf Jahre nach GTA 5 erscheinen – sofern keine Verschiebung eintrifft. Die Zeiten, in denen man innerhalb einer Konsolengeneration Oblivion, Fallout 3 und Skyrim oder GTA 3, Vice City und San Andreas bekommen hat, sind längst vorbei. Mittlerweile geht es oftmals darum, ob man in einer Generation überhaupt einen Ableger erhält oder nicht.

Vorhang auf für ein zweites New Vegas

Für große Publisher ist das ebenso ein Ärgernis wie für Fans, wenn auch gewiss aus ganz unterschiedlichen Gründen. Während Letztere nur ein neues Abenteuer in ihrer liebsten fiktiven Welt erleben möchten, ist es für Erstere ein finanzielles Thema. Große Marken bedeuten schließlich in der Regel ebenso hohe Einnahmen, und auf die würde man nur ungern verzichten wollen.

Eine Lösung, um potenziell beide Seiten zufriedenstellen, ist naheliegend: Anderen Studios eine Chance einräumen, ihre eigenen Ideen mit dem Franchise umzusetzen. Stichwort Fallout New Vegas. Da Bethesda nach Fallout 3 mit der Entwicklung von Skyrim ausgelastet war, erhielt Obsidian die Möglichkeit, einen eigenen Serienteil zu erschaffen. Trotz der verhältnismäßig kurzen Entwicklungszeit von gerade einmal 18 Monaten – ein Umstand, der sich am technischen Zustand mehr als nur bemerkbar machte – war der kalifornische Endzeitrip ein Volltreffer, der sich vielen Serienfans für immer ins Gedächtnis brannte. Insbesondere die Story, die Dialoge und das Questdesign, bei denen man sich als Rollenspieler viel freier als in den Bethesda-Serienteilen ausleben konnte, gelten vielerorts als Höhepunkt der Reihe.



Einen Nachfolger hat es aber bisher nicht gegeben: Bethesda umklammerte seine Marken fester denn je, Obsidian widmete sich derweil anderen Projekten. Die Zeit hat jedoch beide Studios wieder zusammengeführt: Sie sind gemeinsam Teil der Xbox Game Studios. Dort, so heißt es vom Microsoft-Insider und Host des The Xbox Two Podcasts Jez Corden, würde man derzeit intensiv wegen Fallout überlegen: „Sie schmieden derzeit Pläne, wie sie das nächste Fallout eher früher als später auf den Markt bringen können.“ Na wenn das nicht nach Obsidian schreit…

Wie realistisch ist ein New Vegas 2?

Ich bin ehrlich mit euch: Ein neues Fallout aus den Händen von Obsidian würde ich mit Kusshand nehmen. Doch selbst wenn Bethesda dazu bereit wäre, die eigene Marke temporär aus der Hand zu geben, stellt sich die Frage: Wie realistisch ist ein solches Szenario überhaupt? Ich glaube gar nicht so hoch, wie ich es mir selbst gerne im Vault meiner Träume erhoffe.

Obsidian ist nämlich derzeit selbst mit zwei großen Projekten beschäftigt: Avowed und The Outer Worlds 2. Das erstgenannte Fantasy-Rollenspiel soll immerhin noch 2024 das Licht der Welt erblicken und euch erstmals aus der First-Person-Sicht in die Welt von Pillars of Eternity führen. Der zweite Sci-Fi-Ausflug, übrigens erneut mitgestaltet von den Fallout-Erfindern Tim Cain und Leonard Boyarsky, wird hingegen noch ein wenig auf sich warten lassen. Viel Platz für ein neues Fallout, respektive ein New Vegas 2 ist also eigentlich nicht vorhanden.

Es sei denn, dass Microsoft intern die Pläne komplett überdenkt und ein Sequel von The Outer Worlds trotz vorheriger Ankündigung auf die lange Bank schiebt, da man sich von einem Fallout-Rollenspiel deutlich mehr Erfolg hofft. Hohe Chancen sollte man einer solch drastischen Vorgehensweise aber nicht einräumen, selbst wenn sich die Entwicklung von The Outer Worlds 2 noch in einer frühen Phase befinden sollte.

Sowieso stellt sich letzendlich die Frage, wie schnell man auf den Hype-Zug von Fallout noch aufspringen kann. Selbst wenn die Microsoft-Verantwortlichen jetzt zeitig einen neuen Serienableger in Auftrag geben, wird dieser definitiv nicht vor 2027 erscheinen – man wäre dann aber immerhin näher an Staffel 2 der Fallout-Serie. Eventuell sogar rein thematisch.

Kommentare

15 Kommentare

  1. Man kann mir einfach nicht erzählen, dass eine milliardenschwere Firma mit einem Macher als Direktor eines Games, einem Schreiber mit einer Vision und einem vernünftigen Projektmanagement 7 Jahre für ein würdiges AAA-Game braucht.
    Aber was erwartet man, wenn der Macher Todd und der Schreiberling Emil ist und man das Projektmanagement sowie HR und QM rauchen kann? Was erwartet man, wenn diese Firma gar nicht erst vorwärtsmacht, weil die Schafe mit Dingsda 76 noch nicht genug geschoren sind? Da gibt es keine Künstler mehr, die der Welt mit ihren Games Freude bescheren und ihr Talent zeigen wollen, nur noch Geldsäcke und Walfänger, für die Marken nur Köder sind.
    Aus meiner Sicht haben die seit dem letzten DLC für Fallout 4 nur noch für den Müll produziert, aber es gammelte schon vorher. Der Fairness halber muss man sagen, dass Bethesda praktisch Industrie-Standard betreibt, andere haben auch ihre Todds und Emils, die Game-Projekte wie Geldwäsche aussehen lassen, z.B. 343.

  2. Kajetan hat geschrieben: 01.05.2024 15:37
    ZackeZells hat geschrieben: 30.04.2024 12:10
    herrdersuppen hat geschrieben: 30.04.2024 11:43
    Mir will zumindest kein Studio einfallen, dessen Spiele nach der Übernahme qualitativ noch auf dem selben Level waren.
    Mojang !!
    Dafür befindet sich der Herr Persson auf einem absteigenden Ast ... hockt da irgendwo in den USA, weiß vor lauter Geld nicht mehr wohin damit und postet nur noch groben Unfug via Social Media.
    Dafür kann Microsoft aber nichts. :Häschen:

  3. herrdersuppen hat geschrieben: 30.04.2024 11:43 Hat irgendein Studio, nach dessen Übernahme durch Microsoft eigentlich noch ein großen Hit fabriziert ?
    Irgendwie scheinen sie kein gutes Händchen zu haben, bzw. sind immer zu spät.
    Mir will zumindest kein Studio einfallen, dessen Spiele nach der Übernahme qualitativ noch auf dem selben Level waren.
    Playground Games.
    2018 von Microsoft übernommen und Forza Horizon 4 & 5 sind qualitativ auf dem Level der Vorgänger.
    Ob man die generelle GaaS-Strategie befürwortet, ist unabhängig davon zu beurteilen.

  4. ZackeZells hat geschrieben: 30.04.2024 12:10
    herrdersuppen hat geschrieben: 30.04.2024 11:43
    Mir will zumindest kein Studio einfallen, dessen Spiele nach der Übernahme qualitativ noch auf dem selben Level waren.
    Mojang !!
    Dafür befindet sich der Herr Persson auf einem absteigenden Ast ... hockt da irgendwo in den USA, weiß vor lauter Geld nicht mehr wohin damit und postet nur noch groben Unfug via Social Media.

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