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Aragami (Action-Adventure) – Der Geist der Rache

Lust auf schleichenden Tod im alten Japan? Dann könnte Aragami einen Blick wert sein, das gerade für PC und PlayStation 4 digital erschienen ist und demnächst als Box veröffentlich wird. Die Stealth-Action des spanischen Entwicklers Lince Works baut ähnlich wie Dishonored auf eine Teleportfunktion. Dabei muss man allerdings Licht und Schatten beachten. Wie uns das Abenteuer gefällt, das ihr online auch kooperativ spielen könnt, verrät der Test.

© Lince Works / Stage Clear / Merge Games

Der lebendige Umhang

Man kann aber nicht endlos seine geisterhafte Macht einsetzen. Wie viel Schattenkraft aktuell verfügbar ist, wird durch die Farbe des Umhangs angezeigt, der mit seinen Runen ein wenig an Journey erinnert. Sie zeigen auch an, welche Fähigkeit und wie viele Ladungen davon man gerade aktiviert hat: Zwei blau glimmende Runen unter der Pfeilspitze bedeuten z.B., dass man nur noch zwei mal aus der Distanz sein Schattenprojektil werfen kann – eine coole Idee. Apropos: Findet man die versteckten Schriftrollen, bekommt man Punkte, die man in etwa 20 Spezialfähigkeiten investieren kann.

Unterteilt in die Bereiche allgemein, defensiv und offensiv kann man z.B. die Erholungsrate im Schatten eröhen,

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Man schaltet mit der Zeit allgemeine, defensive und offensive Fähigkeiten frei. © 4P/Screenshot

Leichen verschwinden lassen, Ziele markieren, durch Wände schauen, sich unsichtbar machen, von Kanten direkt töten, Köder auslegen, Fallen stellen oder aus der Distanz einen oder mehrere Feinde attackieren. Die Möglichkeiten der Infiltration, der Ablenkung und des Eliminierens steigen im Spielverlauf, aber auch die Gegenseite wird stärker: Bald bewachen Bogenschützen das Vorfeld oder Barrieren aus Licht blockieren Zugänge, so dass man erstmal Kristalle zerstören muss.

Wachen, Leveldesign und Online-Koop

Und sobald man im Hellen unterwegs ist, verliert man ratzfatz all seine Fähigkeiten, ist von weitem sichtbar und ein gefundenes Fressen für die Wachen. Hat man das System der Teleports in Kombination mit den Fähigkeiten

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Oben lauert ein Bogenschütze, unten zwei Wachen: WIe geht man vor? © 4P/Screenshot

verinnerlicht, kann man diese zwar leicht ausschalten, vor allem aus der Höhe, weil sie oftmals hintereinander in ihren Tod laufen und ihre Sichtweite recht beschränkt ist. Aber sie reagieren zum einen so gut auf Geräusche, dass auch der Lärm eines Todeshiebs zu viel sein kann, zum anderen rufen sie bei Sicht oder Leichenfund nach Verstärkung und suchen danach auch in der Gruppe. Die Routinen danach sind zwar etwas lasch und flauen etwas zu zügig ab, aber man sollte sich gut verstecken.

Auf Dauer ist das Leveldesign etwas zu generisch, zumal sich die Gegner zu sehr ähneln und man die Vertikale nicht immer konsequent nutzen kann: Nur an bestimmten Stellen ist die Höhe in Form von Plattformen oder Dächern eine Option, obwohl man alternative Wege sehen kann. Außerdem muss man sich als Schattengeist natürlich fragen, warum man Lichtquellen wie Fackeln oder Feuer nicht löschen kann.Trotzdem macht das Durchqueren der Abschnitte Laune, zumal das eigene Spiel am Ende von einer Statistik illustriert wird – je nach Zeit, Leichen- oder Schatzfund, Alarm & Co wird man in Rängen bewertet. Sehr angenehm ist, dass man in den Optionen auch viele Anzeigen abschalten kann; hier sollte man gegen das Flimmern übrigens Vsync aktivieren. Die zur japanischen Sprachausgabe optionalen deutschen Texte sind gut übersetzt, nur manchmal hapert es – das Machtrad soll man angeblich mit der „ps4-Taste“ aktivieren, dabei ist es die Kreistaste. Ärgerlicher sind da schon die sporadischen Bugs – es kann passieren, dass plötzlich Anzeigen fehlen, Grafikfehler auftauchen oder dass man aus einem Schatten nicht mehr heraus kommt.

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Die Todeshiebe werden hübsch animiert. © 4P/Screenshot

Ihr könnt alle freigeschalteten Kapitel auch kooperativ spielen – wie das aussieht, zeigen diese Spielszenen. Lokal ist das nicht möglich, aber online könnt ihr als Host ein Spiel öffentlich oder privat anlegen, Freunde einladen oder selbst nach einer offenen Sitzung suchen. Davon gibt es aktuell sehr wenig, aber wenn es mal klappt, ist das gemeinsame Schleichen durchaus unterhaltsam, auch wenn man lange nicht so viele Möglichkeiten hat wie anno dazumal in Splinter Cell. Schade ist, dass es online zu technischen Problemen kommen kann und dass es abseits der bekannten Areale keine speziellen Herausforderungen für das Duett gibt. Last but not least sei der gelungene Soundtrack vom Komponisten-Duo Two Feathers erwähnt, der das fernöstliche Ambiente stimmungsvoll untermalt.

Kommentare

19 Kommentare

  1. Kann mir jemand sagen wie man auf der PS4 das Machtrad öffnet im tutorenkurs steht nur Halte ''ps4'' um das Machtrad zu öffnen und damit kann ich nich wirklich was anfangen.

  2. Hatte das Spiel noch im letzten Jahr bei Kickstarter unterstützt, damals hieß es noch Twin Souls.
    Die Kampagne war leider nicht erfolgreich - aber anscheinend haben es Lince Works doch irgendwie geschafft :D

  3. Ich bin schwer begeistert von dem Spiel. Ich liebe stealth Spiele und das Setting sowie Artdesign sind genau mein Geschmack.
    Für mich ein wahres Highlight, die fehlenden Schwierigkeitsgrade mache ich mir sowieso wieder selbst, indem ich wie bei allen Tenchu spielen die Level solange spiele, bis ich sie perfekt abschließe.

  4. Mir fällt partuout nicht mehr der Name dieses anderen Spiels ein, das im Sengoku-Zeitalter spielt und (bald?) rauskommen soll... Darüber wurde auch hier auf 4Players berichtet, erinnert sich jemand?
    Die Grafik war weniger stilisiert und es sollte wohl auch ein Stealth-Spiel werden.

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