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Battlefield 4(Shooter) – Battlefield 4

Bereits zum zweiten Mal schickt EA sein Mehrspieler-Zugpferd Battlefield 4 in ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Call of Duty. Besonders bei der im Vorgänger zu Recht gescholtenen Kampagne hat Dice im Vorfeld Besserung versprochen. Können die Schweden endlich auch Einzelkämpfer überzeugen? Mehr dazu im Test.

© DICE / Electronic Arts

„Total Eclipse of the Heart“

[GUI_PLAYER(ID=108305,width=400,text=Die ersten zehn Minuten vermitteln bereits einen guten Eindruck, wie sich Battlefield 4 auf der Xbox 360 schlägt. ,align=right)]Es gibt diese Momente im Leben eines Marines, da läuft so ziemlich alles schief. Erst wird der Helikopter abgeschossen, der mich aus der Gefahrenzone retten soll – tolle Idee, diese Dachlandung! Dann bricht das Haus nach massivem Beschuss zusammen. In den Trümmern verliert Sergeant Dunn, die vermutlich kürzeste Sprechrolle von Moritz Bleibtreu seit World War Z, auch noch sein Bein und das Squad schafft es gerade so in einen beschlagnahmten Jeep.  Mit diesem rase ich die Küste entlang, bis ein Havoc die Reise unsanft stoppt. Jetzt versinkt das Auto in den Fluten, während Bonnie Tylers Superhit aus den Boxen plärrt. Was für ein Tag!

Okay, ich gebe zu: So erzählt klingt der Einstieg in die Kampagne von Battlefield 4 beinahe spannend. Aber das ist er nicht. Mein Tombstone Squad ist in Baku unterwegs, um „Intel“ zu sammeln. Dabei geraten wir in ziemlich heftige Gefechte mit russischen Speznaz-Einheiten, die uns auf der Flucht aufhalten wollen. Diese werden in großer Anzahl auf dem Weg durch die Stadt umgelegt, bis das Missionsziel erreicht ist. Alles, wirklich alles, hat man schon an anderer Stelle gesehen. Ja, es sieht nett aus, ja es kracht und rummst sehr ordentlich. Aber spielerisch wirkt Battlefield 4 extrem generisch; fast so wie eine Bonnie-Tyler-Ballade.

Böser Chinese gegen den Rest der Welt

Hübsch, hübscher, Battlefield 4. Auf dem PC zeigt die Frostbite-3-Engine, was derzeit machbar ist.
Hübsch, hübscher, Battlefield 4. Auf dem PC zeigt die Frostbite-3-Engine, was derzeit machbar ist.

Da wäre zum Beispiel die völlig idiotische Hintergrundgeschichte, über deren Ende dringend der Mantel des Schweigens gelegt werden sollte. Es gibt also böse Chinesen-Rebellen, die unter General Chang gegen gute Reformer-Chinesen kämpfen? Und die Russen machen auch noch irgendwie mit? Warum eigentlich? Das wird lieber gar nicht erst zu erklären versucht. Es wird von Dice auch völlig versäumt, ein echtes Feindbild aufzubauen. Die chinesischen Truppen sind gesichtslose Klonsoldaten, die von einem bösen Obermotz ins Feld geführt werden, der im ganzen Spiel nicht in Erscheinung tritt. Warum er tut, was er tut? Weil er es kann! Story? Ach komm! Amerika!

Stattdessen wird geballert, was das Zeug hält: Eine gigantische EMP-Bombe schaltet nicht nur ganz Schanghai, sondern auch die siebte Flotte der US-Marine im südchinesischen Meer aus. Während man sich noch fragt, wie das eigentlich sein kann, explodieren schon wieder Flugzeugträger, fallen Helikopter zu Dutzenden vom Himmel, werden Staudämme gesprengt und Militärausrüstung im Wert von mehreren Milliarden Dollar zu Schrott geschossen.  Alles ist blau und orange und für den massiven Einsatz von Lensflares würde sich sogar J.J. Abrams schämen. Battlefield goes Transformers, nur dass Megan Fox nicht auftaucht. Und sich vermutlich sogar Michael Bay weigern würde, derart schlechte Dialoge auf Zelluloid zu bannen.

 

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