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NBA Ballers: Chosen One (Sport) – NBA Ballers: Chosen One

Mitte/Ende der neunziger Jahre dominierte Midway mit seiner NBA Jam-Serie das Arcade-Basketball. Doch irgendwann verpasste man die Abfahrt Richtung Zukunft und musste sich seitdem den Street-Titeln aus dem Hause EA geschlagen geben. Mit NBA Ballers Chosen One möchte man verlorenen Boden zurückgewinnen und es endlich wieder krachen lassen. Doch leider schießt man trotz vieler guter Ambitionen am Ziel vorbei.

© Midway / Midway

Besondere Dunks oder der Superblock, die mit zwei gefüllten Leisten möglich sind, sehen zwar beim ersten Mal spektakulär aus, sollten jedoch nur sporadisch eingesetzt werden. Denn wer geduldig sammelt und die dritte Leiste füllt, kann von nun an einen „Spiel-beenden-Spezialangriff“ starten. Selbst wenn ihr 0:70 hinten liegt, habt ihr mit dieser Bewegung, die darüber hinaus nicht geblockt werden kann, sofort gewonnen. Und spätestens hier hat sich die Balance in ihren ohnehin nicht verdienten Sommerurlaub verabschiedet…

Hier jubelt Kobe noch. Aber offensichtlich musste er auch nicht NBA Ballers Chosen One spielen…
Dynamik? Wo denn?

Doch dies ist nur eines der Probleme, die Chosen One zum Verhängnis werden. Denn so ansehnlich die mit den Powerleisten zusammenhängenden Bewegungen auch sind, so schnell hat man sich an ihnen satt gesehen. Denn letztlich kann man innerhalb des Editors für jede Aktion (Steal, Dunk, etc.) nur eine Bewegung festlegen. Doch das allein wäre auch noch nicht der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass überlaufen lässt.

Aber dass eben diese Bewegungen bar jeder Spieldynamik eine festgelegte Videosequenz starten, die man nicht abbrechen kann und die mit ihrer Dauer zwischen sechs und neun Sekunden irgendwann nur noch nervt, ist kaum verzeihlich. Hier ist die Street-Konkurrenz (egal ob letzte oder diese Generation) einfach drei bis vier Schritte voraus. Zugegeben: Die Specials in Homecourt wirken vielleicht nicht so spektakulär wie hier, sind dafür aber wesentlich homogener in den Spielverlauf eingebunden. Eine Lösung, die ich auf lange Sicht bevorzuge.

Dazu kommt, dass die Geschichte der sechs Kapitel spätestens nach Abschnitt drei keinerlei Überraschungen mehr bietet – auch die Spielmodi hat man zu diesem Zeitpunkt schon alle kennen und dazu leider auch hassen gelernt (inkl. eines klassischen Drei-Punkte-Wettbewerbes). Zumal abgesehen von der Soundkulisse mit guter Sprachausgabe, den üblichen Court-Geräuschen und fetten Beats technisch eher durchschnittliche Kost geboten wird. Die Animationen sind sauber, reißen aber auch keine Bäume aus. Dadurch lenken sie aber wenigstens auch nicht von den ebenfalls biederen Hintergründen ab.

Im Mehrspieler-Modus fallen immerhin die KI-Probleme weg. Und schon wird Chosen One zumindest im Ansatz erträglich und erreicht bei Spielern mit ähnlicher Qualität einen akzeptablen Unterhaltungswert: Sowohl das Reaktionsspielchen Act-A-Fool als auch die sonstigen Trickmöglichkeiten sorgen für ein Hin und Her, das beinahe dynamisch genannt werden kann. Dass aber dennoch der Superpowermove das Ende eines Duells bedeuten kann, bleibt ein Dorn im Auge.

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