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We. The Revolution (Taktik & Strategie) – Eine berechnete Karriere

Alexis Fidèle steckt in einer Zwickmühle: Der Richter muss einen Mann zum Tode verurteilen, um seine eigene Haut zu retten. Denn sollte er ein mildes Urteil fällen, würde er selbst in einer dunkeln Gasse erschlagen werden. Was der Angeklagte verbrochen hat? Er hat Schachfiguren hergestellt, das ist alles. Im Test zu We. The Revolution habe ich gleich mehrere solcher Situationen erlebt – die mich oft seltsam kalt gelassen haben. Woran liegt das?

© Polyslash / Klabater

Pro & Kontra

Gefällt mir

  • interessantes Szenario und spannende Geschichte u.a. um politische Intrigen
  • spannende Prozesse mit vielschichtigen Fällen
  • abwechslungsreiches Vereinen unterschiedlicher Spielmechanismen
  • edles Artdesign
  • häufiges automatisches Speichern verhindert großen Frust

Gefällt mir nicht

  • Werteveränderungen zu offensichtlich und oft im Voraus ablesbar
  • mitunter scheinen Musik oder Hintergrundgeräusche zu fehlen
  • keine deutsche Lokalisierung

Versionen & Multiplayer

  • Preis zum Test: 19,99 Euro
  • Sprachen: Englisch, Französisch, Polnisch – kein Deutsch
  • Schnitte: Nein
  • Splitscreen: Ja

Vertrieb & Bezahlinhalte

  • Online-Aktivierung: Ja
  • Online-Zwang: Nein
  • Account-Bindung: Ja
  • Verfügbarkeit: Digital
  • Hauptverfügbarkeit: Digital
  • Bezahlinhalte: Nein
Kommentare

4 Kommentare

  1. Aktuell gerade für Amazon Prime Nutzer kostenlos.
    Habs heute auch direkt mal angespielt, weil ich die geschichtliche Epoche grundsätzlich interessant finde - teile aber das Urteil und die Kritik, das man eigentlich viel mehr darauf achtet wie man Wertemäßig gerade dasteht und dann entsprechend danach urteilt (und vorher noch die Jury entsprechend beeinflusst). Schon ein bisschen Schade, aber die ganzen Balken mit den angezeigten Auswirkungen fordern das echt heraus die eigene Meinung mehr oder weniger zu ignorieren.

  2. Eisenherz hat geschrieben: 05.04.2019 16:18Und genau das ist es wohl, was das Spiel dem Spieler vermitteln möchte; das es eben seinerzeit keine wirkliche Gerechtigkeit gab. In der Zeit der Revolution wurden Menschen zu Monstren, die alles getan hätten, um ihren Kopf und den ihrer Familien zu retten. Und nicht nur damals, denn solches Verhalten erlebte (und erlebt) man immer wieder in der Geschichte.
    Dahingehend denke ich nicht, dass es missglücktes Gamedesign ist, sondern ein geplantes Feature. Die Arbeit, also die Urteile, werden zur Routine, über die man irgendwann nicht mehr wirklich nachdenkt, sondern sie nur noch nach den Auswirkungen auf das eigene Leben abwägt.
    Da hast du grundsätzlich natürlich Recht! Es ist nur so, dass sich das Spiel zu sehr an Zahlen und Werten aufhängt, anstatt sie in etwas erzählerisch Greifbares zu übersetzen. Man bekommt ja keine Morddrohung oder gar eine Drohung, die die Familie betrifft, sondern weiß einfach: OK, Wert wird definitv (!) auf Null fallen, was definitv Game Over bedeutet - es gibt keine Notiz, keine Unterhaltung, kein bekanntes Gesicht, das sich irgendwo zeigt. Dadurch erzeugt man keine Angst vor den Konsquenzen, sondern vermittelt reine Rechenaufgaben, die einen aus dem eigentlichen Spiel reißen.
    Spätestens bei der Familie ist es doch seltsam, wenn Freizeitaktivitäten nichts weiter als Werte für Fraktionen sind, die im Grunde gar nichts mit den Familienmitgliedern zu tun haben. ;)

  3. Das werde ich mir irgendwann bestimmt zulegen. Wunderbares Szenario, unverbraucht und spannend. Ich bin sowieso absolut fasziniert von der Französischen Revolution und habe mir schon immer gewünscht, dass es mal ein Spiel in dieser Epoche gibt. Bitte unbedingt mehr davon, z. B. Mantel und Degen-Spiele :Hüpf:
    Sollte Sekiro mich irgendwann mal aus seinen wunderbaren, grausamen, nervtötenden Klauen entlassen, könnte das hier als Beruhigungsmittel gerade richtig kommen...

  4. Ich interessiere mich inzwischen jedenfalls kaum noch für die Fälle, sondern schaue als erstes in die möglichen Urteile und welche Auswirkungen auf mein Ansehen sie jeweils haben werden. Danach erst schalte ich die Fragen frei und stelle genau so viele der richtigen Art, bis die Jury das gewünschte Urteil fordert.
    Und genau das ist es wohl, was das Spiel dem Spieler vermitteln möchte; das es eben seinerzeit keine wirkliche Gerechtigkeit gab. In der Zeit der Revolution wurden Menschen zu Monstren, die alles getan hätten, um ihren Kopf und den ihrer Familien zu retten. Und nicht nur damals, denn solches Verhalten erlebte (und erlebt) man immer wieder in der Geschichte.
    Dahingehend denke ich nicht, dass es missglücktes Gamedesign ist, sondern ein geplantes Feature. Die Arbeit, also die Urteile, werden zur Routine, über die man irgendwann nicht mehr wirklich nachdenkt, sondern sie nur noch nach den Auswirkungen auf das eigene Leben abwägt.

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