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Endless Space 2 (Taktik & Strategie) – 4X als Space Opera

Vor fünf Jahren präsentierten die Amplitude Studios mit Endless Space
zwar gute, aber weitgehend sterile
Rundenstrategie. Nachdem die Neuauflage von Master of Orion eher ernüchterte, beherrschen weiterhin Stellaris und vor allem Galactic Civilizations 3 den Weltraum. Gelingt es den Franzosen im zweiten Anlauf, eine ebenso komplexe wie lebendige 4X-Strategie zu inszenieren? Nicht nur das, denn sie ziehen auch an der Konkurrenz vorbei.

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Fazit

Endless Space 2 inszeniert die stimmungsvollste und komplexeste 4X-Strategie der letzten Jahre. Ich bin über zig Stunden bis tief in die Nacht vor dem Bildschirm versackt. Was ist so faszinierend? Die Spieltiefe im besten Sinne. Es gelingt den Amplitude Studios zum einen, die klassischen vier Aspekte aus Auskundschaften, Ausbreiten, Ausbeuten und Auslöschen in nahezu allen Facetten motivierend und je nach Fraktion so unterschiedlich abzubilden, dass sich die Wahl spürbar auf das eigene Imperium auswirkt. Man hat das Gefühl, dass man an hundert Zahnrädchen drehen kann, um das große Ganze diplomatisch, technologisch, wirtschaftlich oder kriegerisch zu beeinflussen. Zum anderen gibt es eine unheimlich gelungene erzählerische Verflechtung über kleine Ereignisse sowie eine speziell auf das Volk zugeschnittene Hauptquest inklusive politischer und moralischer Entscheidungen. Dieses Rollenspielflair sorgt dafür, dass die sonst so steril wirkende Rundenstrategie überraschend lebendig wirkt. Hinzu kommen das stilsichere Design sowie die ansehnlichen Gefechte. Zwar hapert es am Feinschliff der sonst gelungenen Diplomtie, das theoretisch gute Kampfsystem lässt einen praktisch zu lange mit Schema F gewinnen und die KI hat manchmal reaktive Probleme – all das verhindert Platin. Aber wer epische Science Fiction und komplexe Strategie mag, kommt um dieses wunderbare Spiel einfach nicht herum. Es verlangt viel Geduld und Zeit, aber hier wird man für Wochen und Monate sehr gut unterhalten.

Wertung

PC
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Endless Space 2 inszeniert die stimmungsvollste und komplexeste 4X-Strategie der letzten Jahre.

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Kommentare

83 Kommentare

  1. dessoul hat geschrieben: 04.06.2017 11:55
    Ich bin von Stellaris ziemlich angeödet, weils für mich da nichts mehr zu endecken gibt. Ich habe eine Hassliebe mit diesem Spiel. Ich habe so gehofft, dass es endlich mal etwas besseres gibt.
    So ging's mir leider auch. Ich habe damals Stellaris bei Release gekauft und immer wieder ein paar Runden gestartet, aber ich habe meist aufgehört, sobald die Galaxie erkundet war und ich 10 oder 12 Planeten hatte. Da war dann irgendwie die Luft raus und es passierte nicht mehr viel.

  2. Paranidis68 hat geschrieben: 06.06.2017 13:03 Könnte mich jemand vorwarnen, was zu viele Kolonien bedeuten. Wo die Schmerzgrenze zu erkennen ist und welche Möglichkeiten man nutzen sollte, um die Anzahl allgemein zu erhöhen.
    Ich bin gerade bei 6/6 angekommen und bin etwas zögerlich beim wilden ausprobieren.
    Meine Erfahrung: Kolonisiere, was das Zeug hält, so früh es geht. Kolonien kosten Geld, Nahrung (bis dahin, dass die Bevölkerung auf anderen Planeten stirbt!), Zufriedenheit und die Fähigkeit, sie militärisch zu verteidigen.
    Ist aber mMn nicht wie bei CIV 5, dass man ein kleines feines Reich sogar besser spielen kann. Bei ES2 heißt es expandieren, was deine Ressourcen hergeben.

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