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Harmony: The Fall of Reverie (2D-Adventure) – Der nächste Story-Hit der Life is Strange-Macher?

„Diese Entscheidung hat Auswirkung“ oder „Clementine wird sich das merken“: Seit Telltale Games‘ The Walking Dead hat es zahlreiche Spiele gegeben, die eine Entscheidungsfreiheit des Spielers als wichtigstes Gut in den Mittelpunkt stellten. Frei ist jedoch immer relativ, denn am Ende müssen die Fäden zusammenlaufen und man wird nie die narrativen Grenzen sprengen können, die vom Entwickler selbst gesetzt werden. Das weiß Don’t Nod, das Studio hinter Life is Strange und Tell me Why, sehr genau, weshalb man sich in Harmony: The Fall of Reverie eine andere Herangehensweise traut: Warum nicht von Beginn an die Möglichkeiten einer entscheidungsbasierten Geschichte offenlegen? Wieso etwas verschleiern, wenn man hinter diesen Vorhang irgendwann sowieso schaut? Wir haben uns für euch durch die ungewöhnliche Visual Novel geklickt und verraten im Test, ob Harmony: The Fall of Reverie ein Geheimtipp ist, oder ob es manchmal besser ist, Dinge geheim zu halten.

© Don't Nod / Don't Nod

Fazit

Harmony: The Fall of Reverie ist klassisch Don’t Nod, und dann auch wieder nicht. Das französische Studio setzt typischerweise auf Entscheidungen und Konsequenzen, aber lässt mich diese viel stärker und viel offener einsehen. Dadurch ergeben sich ganz neue Überlegungen und während des Spielens stellte ich mir schon die Frage: Ist dieser Ansatz lohnenswert? Oder spielt es sich manchmal besser, wenn die Illusion einer Entscheidungsfreiheit gewährt wird und ich nicht schon vorher weiß, welche Konsequenzen die Entscheidung schlussendlich trägt? Fragen, auf die ich auch nach dem Durchspielen noch keine Antwort habe, denn noch steht Harmony für sich: Ein einzelnes, wenn auch faszinierendes Projekt. Mit überwiegend spannenden Charakteren, mit denen ich oft mitfühlen kann, und einer schön anzusehenden Optik – obwohl mich Visual Novels sonst eher selten abholen können. Schade nur, dass man sich gegen Ende hin ein wenig übernommen hat und offenbar unbedingt noch ein fulminantes Finale liefern wollte, obwohl es das meiner Meinung nach nicht zwingend gebraucht hätte.

Wertung

PC
PC

Hübsche Visual Novel mit spannenden Charakteren und interessanten Story-Konzept, die aber ihr hohes Niveau nicht bis zum Finale halten kann.

Echtgeldtransaktionen

"Wie negativ wirken sich zusätzliche Käufe auf das Spielerlebnis, die Mechanik oder die Wertung aus?"

Gar nicht.
Leicht.
Mittel.
Stark.
Extrem.

Gar nicht.

  • Es gibt keine Käufe.

  • Dieses Spiel ist komplett echtgeldtransaktionsfrei.

Kommentare

3 Kommentare

  1. Nachdem ich inzwischen Act 3 abgeschlossen habe, muss ich sagen, dass ich die relativ hohe Wertung nicht nachvollziehen kann. Das Spiel ist langweilig und damit maximal eine 5/10.
    Diese Augural Funktion ist nicht nur erzählerisch wertlos, sondern oft eher sinnlose Beschäftigung. Man klickt auf einen Node "gehe schlafen" und dann kommt kurz ein Bild und da steht "ich schlafe schnell ein" und man ist wieder in der Übersicht und muss zum nächsten Node navigieren, und das sehr oft ohne, dass es irgendwelche Abzweigungen gibt. Das ist einfach nur schlecht... Dazu die lahme Präsentation. Da stehen sich zwei Figuren gegenüber und man ließt, dass die sich umarmen. Das hätte man ja durchaus visualisieren können, stattdessen immer die selben Standbilder und die immer gleiche Musik. Und die Story? Berührt mich überhaupt nicht. Uninspiriert und nicht im Ansatz emotional.
    Gut, dass Don´t Nod etwas neues probiert haben, aber auch 10€ sind dafür noch zu viel. Kauft euch lieber ein gutes Buch...Harmony ist jedenfalls sehr weit weg von der Qualität eines Pentiment oder der Emotionalität anderer Don´t Nod Produktionen. Schade.

  2. Gestern hatte ich mich gefreut...mal wieder ein Spiel, das unter dem Radar lag.
    Don´t Nod haben mich bisher immer zumindest solide unterhalten, und da es das Teil für unter 10€ gab, hab ich direkt zugegriffen.
    Nachdem ich gestern noch Act 1 Chapter 2 abgeschlossen habe, muss ich allerdings sagen, dass die Erzählweise für mich einfach nicht funktioniert. Das die Story noch komplett belanglos ist, liegt sicherlich an dem frühen Zeitpunkt, aber wie kommen die auf die Idee, dass es gut ist, in die Zukunft schauen zu können? Anstatt den Weg auszuwählen, den ich richtig finde, muss ich das machen, was mich zum Ziel führt, das ich erreichen will. Damit sind die Entscheidungen bereits vorher festgelegt. Was für eine blödsinnige Erzählstruktur...

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