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J.U.L.I.A.: Among the Stars (Logik & Kreativität) – Point&Click zwischen den Sternen

J.U.L.I.A. Among the Stars ist die via Indiegogo finazierte, überarbeitete Neuveröffentlichung des Point&Click-Adventures J.U.L.I.A. aus dem Jahre 2012. Kann der erweiterte Forschungstrip von CBE Software im Test überzeugen?

© / CBE Software

Rätselhaftes Schicksal einer Zivilisation

Dabei kann die Handlung des einsamen Abenteuers durchaus überzeugen. In ihrer Reise durch das Sonnensystem enthüllt Rachel nicht nur das Schicksal der Erkundungsmission, sondern muss erkennen, dass der erste Kontakt mit einer fremden Zivilisation aufgrund der menschlichen Natur verheerende Folgen haben kann. Im Zwiegespräch mit der KI und dem unfreiwillig ironischen  Mobot muss Rachel erkennen, dass die Menschheit vielleicht doch nicht die Krone der Evolution darstellt, während sie die Überreste der gescheiterten Außenmission zusammenkehrt. Zwar gelingt der Geschichte bis zum Schluss keine echte Überraschung, folgt aber einer soliden Regie und stellt Rachel gegen Ende vor eine moralische Entscheidung.

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Das Interface wirkt billig und fällt durch unschöne Brüche im Artdesign auf. © 4P/Screenshot

Auch die Rätsel sind weitestgehend solide und schlüssig. So hat man auf nerviges Pixelsuchen und krude Gegenstandskombinationen verzichtet und setzt stattdessen auf logische Probleme. So müssen Sicherheitscodes geknackt, fremde Sprachen durch die richtige Kombination von Zeichen und Zahlen übersetzt, oder Geschehnisse richtig interpretiert werden. Zudem gibt es ein paar Schalter- und Steckaufgaben, bei denen u.a. Baupläne für Mobot-Erweiterungen zusammengebaut nachgebaut werden müssen.  Zwar sind viele der Aufgaben einfach und leicht zu durchschauen, fügen sich aber schlüssig in das Gesamtbild des Abenteuers ein.

Ironische Maschinen

Die umfangreichen Dialoge zwischen Rachel und ihren mechanischen Begleitern wurden vollständig und professionell vertont. Vor allem der etwas ängstliche Erkundungsroboter überzeugt durch seine teils unfreiwillige Ironie, wenn er

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Die besuchten Schauplätze sind abwechslungsreich, die Rätsel logisch. © 4P/Screenshot

offensichtliche Gegebenheiten wortreich umschreibt. Zwar werden die Charaktere nur als animierte Porträts dargestellt, aber der schrullige Mobot wächst einem während der rund acht Spielstunden schnell ans Herz.

Zudem gibt es immer wieder Zwischensequenzen, in denen z.B. Landeanflüge, Hyperraumsprünge oder wichtige Begegnungen inszeniert werden. Deren Qualität schwankt allerdings stark zwischen ordentlich und albern: vor allem der unterdurchschnittlich und übermäßig staksig animierte Mobot kann hier nicht überzeugen. Obwohl die Szenen den ansonsten oft statischen Spielablauf angenehm auflockern, ist dem kleinen Entwicklerteam hier das fehlende Budget deutlich anzumerken.

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