Veröffentlicht inTests

Mad Max (Action-Adventure) – Good Max. Bad Max. Mad Max.

Max Rockatansky, besser bekannt als Mad Max, erlebt eine Renaissance – nicht nur wegen des Filmes mit Tom Hardy und Charlize Theron.  Auch das Spiel von Avalanche (Just Cause) sorgt dafür, dass die Figur, die vor fast 40 Jahren zum ersten Mal vom damals noch unbekannten Mel Gibson verkörpert wurde, nicht in Vergessenheit gerät. Ob das postapokalyptische Ödland und der PS-Wahnsinn auch für virtuellen Spaß sorgen können, verrät der Test.

© Avalanche Studios / Warner Bros. Interactive Entertainment

Lagerkoller

Ein essenzieller Bestandteil der Ödland-Befreiung sind auch die Lager. Scrotus‘ Ölförderstationen oder Benzinlagerstätten müssen übernommen werden. Das wird durch zahlreiche Verteidigungsanlagen erschwert, die von zusätzlichen Scharfschützen, Molotow-Katapulten und weiteren zerstörerischen Späßchen gebildet werden. Sehr schön: Man hat hier mehrere Möglichkeiten. Man kann z.B. mit einem Wagen aus dem Fuhrpark versuchen, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben und dann versuchen, einen Seiteneingang zu finden, um die Verteidigungsanlagen zu umgehen. Ebenfalls eine hilfreiche Option ist da Ausspähen des Lagers aus der Entfernung, das ähnlich wie in den letzten Far-Cry-Spielen funktioniert: Möglichst außer Reichweite der Sniper kann man die Verteidigungsanlagen markieren. Nun kann man wiederum versuchen, diesen aus dem Weg zu gehen oder sie effektiv mit Sprengladungen (angezündete Benzinkanister) oder aus der Distanz mit dem eigenen Scharfschützengewehr auszuschalten. Doch Vorsicht: Lässt man sich nach der Entdeckung zu viel Zeit, werden die Verteidigungsanlagen aufgerüstet und haben ab diesem Moment höhere Durchschlagskraft. Doch meistens ist das Zeitfenster so großzügig, dass man keine Probleme bekommen sollte.

[GUI_STATICIMAGE(setid=78667,id=92510843)]
In der Postapokalypse werden Fahrzeuge zu Waffen. © 4P/Screenshot

Ist man schließlich im Lager, kann man wie im übrigen Ödland nach Schrott oder historischen Dokumenten (zumeist Fotos) suchen, die einen Blick in die heile Welt vor der Apokalypse und die ersten Monate des Überlebens spendieren. Und wie im übrigen Ödland wartet hier auch stets ein Rudel an Gegnern, das im Nahkampf ausgeschaltet werden muss. Vorsicht muss man nur bei den „Kriegsschreiern“ walten lassen: Diese über den Arenen baumelnden Trommler feuern die Kämpfer an, so dass sie durchschlagskräftiger sind. Es ist also ratsam, den Schreihals mit der Pumpgun vom Haken zu lassen, damit man sich auf die Feinde konzentrieren kann – was bedingt durch die Zusammenstellungen etwa ab der Hälfte der Storymissionen zu einer ordentlichen Herausforderung wird. Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, kann man Max sowie den Magnum Opus in zahlreichen Kategorien aufrüsten, wobei teilweise neben entsprechendem Schrott als Währung auch bestimmte Voraussetzungen wie z.B. Sicherheitsstufen oder Ödland-Missionen gewährleistet sein müssen. Abseits der Ausrüstung entwickelt sich Max über seine Reputation. Diese steigt, wenn man bestimmte Vorgaben schafft (z.B Erreichen des Wutmodus innerhalb von zehn Sekunden etc.) und stellt einem Punkte zur Verfügung, die man in zehn Bereichen ausgeben kann, um z.B. mehr Schrott finden zu können oder aufgenommene Nahrung mehr Gesundheit wiederherstellt. Das System funktioniert vor allem in der Anfangsphase sehr gut, macht Max aber ab einem gewissen Punkt zu stark – vor allem auch, weil man meist so viele Punkte zur Verfügung hat, dass man nicht taktisch planen oder mit Defiziten in bestimmten Bereichen rechnen muss.

Ödes Ödland?


[GUI_STATICIMAGE(setid=77954,id=92503467)]
Die Kulisse ist karg, aber stimmungsvoll. © 4P/Screenshot

Natürlich kann man von einem „Ödland“ getauften Gebiet keinen visuellen Glanz wie im Paris zur Zeit der Französischen Revolution erwarten – auch Fallout 3 konnte seinerzeit ein Lied davon singen. Doch Avalanche macht für Mad Max aus der Not eine Tugend und serviert sehr stimmungsvolle Bilder, die denen der Filme nicht nachstehen. Ausgedehnte Sandwüsten wechseln sich ab mit schroffen Felsformationen. Und überall ragen rostige Überreste einer vergessenen Zivilisation hervor. Eingestürzte Brücken, Überbleibsel eines Flughafens, Leuchttürme, erodierte Frachtschiffe, die mittlerweile Überlebende und Scrotus‘ Horden beherbergen und die man natürlich auch (fast) alle betreten und durchsuchen darf. Vor allem im Zusammenspiel mit dem dynamischen Wechsel der Tageszeiten entstehen mal idyllische, dann wiederum bedrückende Bilder. Das stimmungsvolle Gesamtbild profitiert auch von den schicken Staubwolken, die von den Reifen hochgeschleudert werden oder den bedrohlich inszenierten Tornados. Noch schlimmer (für Max) und schöner (für den Zuschauer) werden die Sandstürme inszeniert, bei denen die Sichtweite extrem nach unten geht. Wenn diese sich in einen elektrischen Sturm verwandeln, der nicht nur irgendwelche Wrackteile vor sich her treibt, die Max oder den Magnum Opus verletzen bzw. beschädigen, sondern auch krachende Blitze um einen herum einschlagen, während man mit Vollgas zum nächsten Unterschlupf jagt, gehen Puls und Adrenalinspiegel nach oben.

[GUI_STATICIMAGE(setid=78839,id=92512749)]
Am PC bekommt man die bestaussehendste Version, die einem mit umfangreichen Optionen eine entsprechende Skalierung ermöglicht. © 4P/Screenshot

Mad Max mag ein minimalistisches Design haben, aber es ist sehr stimmungsvoll und technisch sauber- zumindest größtenteils. Auf der Xbox One sind in vereinzelten Missionen gegen Ende Bildraten-Einbrüche zu spüren, doch zum einen sind sie so selten und zum anderen ohne Einfluss auf das Spielgefühl, dass es keinen Grund für eine Abwertung darstellt. Nach Warners Batman-Debakel steht die PC-Version unter besonderer Beobachtung. Aber Avalanche gibt sich keine Blöße. Neben zahlreichen Grafikoptionen, die eine ordentliche Skalierung der Kulisse erlauben und bei entsprechender Hardware für das ansehnlichste Ödland sorgen, kann man auch die Steuerung frei belegen. Allerdings würde ich das Spiel mit einem Controller empfehlen, da z.B. beim Fahren mehrere Tasten gleichzeitig gedrückt bzw. gehalten werden müssen, um bestimmte Aktionen durchführen zu können.

Kommentare

196 Kommentare

  1. schade zu hören. mad max läuft ja bis auf seltene framerate einbrüche ziemlich sauber auf ps4. 60 fps auf pc stehen dem spiel bestimmt auch richtig gut. btw. wie lange spielt man ca. an der main quest?

  2. Schließe mich dem Tenor an. Tolle Atmosphäre, Bombengrafik. Das Repetive ist der Einstiegspreis.
    Daß es sich so gut verkauft hat wußt ich gar nicht... dachte das wär nen Flop gewesen.
    Einen Nachfolger würd ich sehr begrüßen.

    Rooster hat geschrieben: 12.04.2018 19:33 lohnt es sich eigentlich einen blick auf just cause 3 zu werfen?
    Kommt drauf an. PC ist es bestimmt nen Blick wert. PS4 wirds problematisch, technisch gesehen ne ziemliche Gurke auf Konsolen, bishin zur Unspielbarkeit... wenn zuviel aufm Bildschirm explodiert-->15 FpS + Slowdown
    Optisch fand ichs auch nicht so pralle, was mich immernoch ungläubig auf MOertels Querverweise in den UbiSoftTests blicken lässt.
    Ist aber um Längen schlechter als der 2. Teil mMn.

  3. Das sagt Wiki:

    Mad Max was the second-best selling game in the United Kingdom in its first week of release on the UK software retail chart, only behind Metal Gear Solid V: The Phantom Pain, which was released the same day.[93] According to the NPD Group, it was the eighth-best selling game in the US in September 2015.
    Sieht also nicht so schlecht aus.

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar.

Seite 1