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Metroid Prime Remastered (Action-Adventure) – Ein zeitloses Meisterwerk. Ehrlich.

In einer scheinbar ganz normalen Nintendo-Direct-Show einfach mal so Metroid Prime Remastered ankündigen und sofort releasen? Bam, Mic Drop. Seit vergangenem Donnerstag ist die runderneuerte Action-Adventure-Legende für die Switch verfügbar – und wanderte natürlich prompt ins 4P-Testlabor. Dass die technische Überarbeitung großartig gelang, stellt aber nur die eine Seite der Medaille dar. Wie unglaublich gut sich dieser über 20 Jahre alte Titel in spielerischer Hinsicht gehalten, das ist die eigentliche Sensation!

© Retro Studios / Nintendo

Der Clou ist aber, wie herausragend gut das eigentliche Spielprinzip, das Leveldesign sowie das Item- und Fähigkeiten-System gealtert sind. „Zeitloser Klassiker“ ist eine viel zu leicht viel zu oft bemühte Floskel – aber dieses Ding ist wirklich sensationell gut gealtert. Ich setze am Ende „nur“ 88 Spielspaßpunkte drunter, weil mich so manche Laufwege doch nerven, ich nicht der größte Fan des Gegnerdesigns bin und Audio-Logs den vielen Text-Files vorgezogen hätte. Aber mir fällt kein anderes Game aus dieser Ära ein, dass sich ohne größere spielerische Eingriffe heute noch dermaßen gut, frisch, ja beinahe innovativ anfühlt. Metroid Prime war auch ohne dieses Remaster schon eine Legende in der Spieler-Community, aber diese neue Version zeigt, wie unglaublich hoch die Leistung der damaligen Macher einzustufen ist. Wie visionär gut das Leveldesign war, wie perfekt sie es verstanden haben, die Zelda-Formel in einen SciFi-Ego-Shooter zu gießen.

Vom Suchen und Finden


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Kuller als Morph-Ball. Ab und zu ist Samus in Kugelform unterwegs – das lockert die Ego-Action auf. © 4P/Screenshot

Ihr seid vermutlich nicht hier, um eine schnöde Beschreibung des Spielablaufs von mir zu erhalten – gleichzeitig kann ich aber kaum voraussetzen, dass jeder damals Metroid Prime gespielt hat. Um ein paar Eckpunkte kommen wir also nicht herum: Nach einem linearen Intro-Kapitel strandet die gut gerüstete Heldin auf einem weitläufigen, verwinkelten Planeten, dessen unterschiedliche Areale mit zahllosen Gängen, Schleichwegen, Aufzügen & Co. miteinander verbunden sind. Nur leider kommt man kaum von A nach B: Farbig markierte Türen brauchen spezielle Upgrades für Samus‘ Waffenarm, bevor sie aufgehen. Anderswo kommt man ohne Doppelsprung nicht auf Plattformen hinauf oder ärgert sich über Trümmer, die man ohne Bomben-Upgrade nicht aus dem Weg bekommt. Diese ganzen Erweiterungen zu finden und nebenbei nicht nur mit der Flora und Fauna zu ringen, sondern auch den insektoiden Space-Piraten heimzuleuchten – das ist Samus‘ Aufgabe in Metroid Prime. Dazu sucht sich nach mystischen Artefakten und entschlüsselt durch das Lesen zahlloser Info-Texte die durchaus interessante Lore des Spiels.

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Ein früher Boss im Spiel: Der Kampf gegen Flaahgra ist klasse – habt ihr das Muster verstanden, entsteht ein regelrechter Wettlauf. © 4P/Screenshot

Auf Knopfdruck wird die Kopfgeldjägerin zum ikonischen Morphball – so zwängt sie sich durch viele kleine Öffnungen, kugelt durch Abkürzungsröhren oder setzt den Ball zur Rätsellösung ein. Die verschiedenen Schuss-Varianten in Samus‘ Arm erlauben vielfältige Kampfstrategien, dazu gesellen sich vier Sicht-Arten für ihr Visier: Im Scan-Modus legt man die Schwachstellen von Gegnern frei, sucht nach Hinweisen, wie Türen aufzuschließen sind, oder zieht sich die Info-Sheets von herrenlosen Computer-Terminals. X-Ray-Modus und Wärmebild wiederum zeigen verborgene Plattformen oder unsichtbare Gegner – das Umschalten kann in der Action ein bisschen frickelig sein, habt ihr die randvolle Pad-Belegung aber irgendwann verinnerlicht, klappt auch das sehr zuverlässig.

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Ohne Karte geht es nicht: Die gute 3D-Map ist ein steter Freund und Helfer. © 4P/Screenshot

Weil Gegner respawnen oder im späteren Spielverlauf durch stärkere Brocken ersetzt werden, werden die vielen Laufwege von A nach B nie langweilig. Mühselig vielleicht mal, öde wird es aber niemals. Zudem hatten die Retro-Studios ein gutes Händchen in puncto Spielermotivation: Sie geben euch immer wieder kleine und große Upgrades, so dass ihr richtig Lust habt, mit den neuen Gadgets frische Wege aufzumachen. Dazu gehört natürlich auch eine gut funktionierende Karte – die gibt es. Ich hätte mir nur gewünscht, dort Räume markieren zu können, die dann im Samus‘ Visier als kleiner Pfeil eingeblendet werden. So ein bisschen mehr moderner Komfort hätte meiner Meinung nach nicht geschadet. Metroid Prime Remastered Backtracking vorzuwerfen wäre übrigens albern – denn das erneute Absuchen von Räumen und das immer elegantere Durchqueren der Welt gehört zum Wesenskern des Spiels – das solltet ihr das wissen, bevor ihr euch auf das Abenteuer Metroid Prime einlasst.

Kommentare

44 Kommentare

  1. Rooster hat geschrieben: 15.02.2023 13:42
    Krulemuk hat geschrieben: 15.02.2023 09:27
    kagrra83 hat geschrieben: 14.02.2023 21:23 Was meinst du was das für ein Segen war, nach dem Days Gone und Horizon 1 für Pc rausgekommen sind. UNd Zack, direkt mal Spiele für die einsame Insel.
    Hab beides natürlich auf der Konsole versucht....ging einfach nicht.
    Und nun warte ich sehnsüchtig dass Horizon 2 auch für Pc kommt. Anders kann ich das net geniesen :/
    Oder zb, habe ich jüngst Uncharted 4 und Lost LEgacy am Pc beendet, davor paar mal auf der Konsole. Nun wurde für mich eines der besten Spiele die jemals gemacht wurden, NOCH viel besser. Wie geht das? Und das nur wegen der Steuerung.
    Gut, die aufgezählten Spiele sind alle nicht so meins, aber einen Teil davon würde ich echt nicht mit Maus + Tastatur spielen wollen. Maus und Tastatur haben nämlich einfach auch Limitationen.
    Das Zielen mit Maus ist sicherlich anderen Steuerungsoptionen überlegen z.B. in hektischen RTS, wo man irgendwelche Rahmen ziehen muss, um Gruppen von Einheiten zu bewegen, aber natürlich auch in Shootern, wo man einfach schneller und präziser arbeiten kann.
    Schwachpunkt ist aber das Laufen per Tastatur (WASD), weil das halt einfach ein digitaler Input ist, während ein Analogstick dort viel mehr Kontrolle und Feingefühl ermöglicht. Gerade in 3rd Person Spielen, wo man über irgendwelche Balken balancieren muss (z.b. in Souls, um Items an Abgründen zu holen) oder sich einfach nur an eine Leiter stellen möchte, ist es von Vorteil, wenn man die Geschwindigkeit der Spielfigur stufenlos selbst kontrollieren kann. Per Tastatur gibt es dann ja nur Laufen oder Nicht-Laufen, wenn es nicht noch eine Zusatztaste gibt, um langsamer zu laufen. Das ist aber alles nicht ganz so elegant gelöst, daher gibt es für mich einfach Genres, die ich nicht mit Maus + Tastatur spielen möchte (und dazu gehören nicht nur Platformer, die einem wohl als erstes in den Sinn kommen würden).
    Gut, dass der PC einfach die Möglichkeit hat,...

  2. Krulemuk hat geschrieben: 15.02.2023 09:27
    kagrra83 hat geschrieben: 14.02.2023 21:23 Was meinst du was das für ein Segen war, nach dem Days Gone und Horizon 1 für Pc rausgekommen sind. UNd Zack, direkt mal Spiele für die einsame Insel.
    Hab beides natürlich auf der Konsole versucht....ging einfach nicht.
    Und nun warte ich sehnsüchtig dass Horizon 2 auch für Pc kommt. Anders kann ich das net geniesen :/
    Oder zb, habe ich jüngst Uncharted 4 und Lost LEgacy am Pc beendet, davor paar mal auf der Konsole. Nun wurde für mich eines der besten Spiele die jemals gemacht wurden, NOCH viel besser. Wie geht das? Und das nur wegen der Steuerung.
    Gut, die aufgezählten Spiele sind alle nicht so meins, aber einen Teil davon würde ich echt nicht mit Maus + Tastatur spielen wollen. Maus und Tastatur haben nämlich einfach auch Limitationen.
    Das Zielen mit Maus ist sicherlich anderen Steuerungsoptionen überlegen z.B. in hektischen RTS, wo man irgendwelche Rahmen ziehen muss, um Gruppen von Einheiten zu bewegen, aber natürlich auch in Shootern, wo man einfach schneller und präziser arbeiten kann.
    Schwachpunkt ist aber das Laufen per Tastatur (WASD), weil das halt einfach ein digitaler Input ist, während ein Analogstick dort viel mehr Kontrolle und Feingefühl ermöglicht. Gerade in 3rd Person Spielen, wo man über irgendwelche Balken balancieren muss (z.b. in Souls, um Items an Abgründen zu holen) oder sich einfach nur an eine Leiter stellen möchte, ist es von Vorteil, wenn man die Geschwindigkeit der Spielfigur stufenlos selbst kontrollieren kann. Per Tastatur gibt es dann ja nur Laufen oder Nicht-Laufen, wenn es nicht noch eine Zusatztaste gibt, um langsamer zu laufen. Das ist aber alles nicht ganz so elegant gelöst, daher gibt es für mich einfach Genres, die ich nicht mit Maus + Tastatur spielen möchte (und dazu gehören nicht nur Platformer, die einem wohl als erstes in den Sinn kommen würden).
    Gut, dass der PC einfach die Möglichkeit hat, jedem Spielertyp gerecht zu werden und man...

  3. Die beiden Metroid Prime Titel gehören für mich zu den besten Spielen auf dem GameCube.
    Super, dass jetzt endlich der erste Teil für die Switch erscheint. Werde mir das Spiel dann am 3.3. im Laden kaufen.
    Hoffentlich wird auch Teil 2 und 3 Remastered. :!:

  4. Rooster hat geschrieben: 16.02.2023 15:27 Dread speichert in jedem Raum? RLY? :lol: Ok, dann muss ich wohl zurückrudern, war mich tatsächlich nicht mehr bewusst. Dread finde ich nämlich ziemlich fantastisch.
    Nicht in jedem Raum, aber schon in vielen bestimmten, erstellt es einen Checkpoint. Beispielsweise, wenn du eine EMMI-Zone betrittst.

  5. greyparser hat geschrieben: 16.02.2023 16:15 Ich denke aber auch Dread lässt sich nicht mit Prime vergleichen, es hat nicht den selben Sog an Erkundung was schon mit der gestreamlindeten Levelführung zusammenhängt.
    Obwohl Dread schon auch eine gewisse Eleganz in der Levelführung hat. Aber ja, schwer vergleichbar. So richtig ausgeflippt ist Retro dann mit Echoes. Zumindest habe ich da sowohl Erkundung, als auch die Bosskämpfe, ziemlich herausfordernd in Erinnerung. War aber im Gegenzug mit einer echt einzigartigen Atmosphäre ausgestattet. Hoffe da kommt auch noch ein Remastered um die Ecke ...

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