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New World (Rollenspiel) – Gefahr für World of WarCraft?

Nach zahlreichen Verschiebungen und Problemen während der Entwicklung war es am 28. September 2021 endlich soweit: Amazon Game Studios gab den Startschuss für das ebenso ambitionierte wie interessante Online-Rollenspiel New World. Das liegt freilich bereits einige Wochen zurück. Allerdings wollten wir uns die nötige Zeit nehmen, um uns durch das riesige Fantasy-Reich Aeternum zu kämpfen und dabei möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr im Test.

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Schaffe, schaffe, Häusle baue

Die Welt von Aeternum ist ebenso riesig wie vielseitig. Ihr durchstreift dicht bewachsene Waldlandschaften, weitläufige Grassteppen oder von Felsen geprägte Regionen. Die sind übrigens nicht nur schick anzusehen, sondern stecken auch voller Rohstoffe. Es gibt in New World kaum etwas, das ihr nicht mit einer Axt, Hacke oder Sense abbauen bzw. Ernten könnt. Das ist auch sehr wichtig, denn das Handwerk spielt hier eine große Rolle. Ihr fällt Bäume, schürft nach Erz, sammelt Fasern oder häutet zuvor erlegte Tiere. Die dabei gewonnen Materialien verarbeitet ihr in den Siedlungen zu allerlei Handwerkswaren. Das reicht von neuen Waffen oder Rüstungen über Dekorationsgegenstände für das eigene Haus bis hin zu Tränken und anderen Dingen.

Das Handwerk funktioniert übrigens ähnlich wie der Umgang mit den Waffen: Je öfter ihr euch beispielsweise der Holzfällerei widmet, desto höher steigt das entsprechendes Level. Dies wiederum ermöglicht euch, größere Bäume in Angriff zu nehmen, die euch zuvor „verwehrt“ geblieben sind. So funktioniert das auch bei den anderen Rohstoffen. Erfreulicher Nebeneffekt: Jeder abgebaute Rohstoff, jede Handwerkstätigkeit gewährt euch Erfahrungspunkte für den eigentlichen Figuren-Aufstieg. Theoretisch ist es möglich, das Maximum von 60 zu erreichen, ohne einen einzigen Gegner auszuschalten.

Quest- und Monster-Einheitsbrei


Apropos Gegner: Das führt uns zu einem weiteren wichtigen Aspekt von New World. Denn wie so viele andere MMOs setzt man auch hier auf ein prall gefülltes Missions-System. Abgesehen von den Haupt-Quests, die euch durch die grundlegende Story führen, gibt es zahlreiche Neben-Aufgaben, Fraktions- oder Siedlungs-Missionen und einiges mehr. Prinzipiell mangelt es euch demnach niemals wirklich an Beschäftigung. Dabei gibt es allerdings ein essentielles Problem: das Questdesign. Die

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Die dynamischen Kämpfe sind zwar ansehnlich, es mangelt jedoch an Gegnervielfalt. © 4P/Screenshot

 Aufgaben sind größtenteils nach einem sehr ähnlichen Muster ohne viel Abwechslung gestrickt: Mal müsst ihr Kisten nach bestimmten Objekten durchsuchen, mal eine vorgegebene Anzahl von Gegnern besiegen. Nur ganz selten weicht New World davon ab und streut interessantere Missionen ein.  

Damit in Verbindung steht übrigens ein weiteres Problem. Die Gegnervielfalt lässt im aktuellen Status des Spiels zu wünschen übrig. Die meiste Zeit kloppt ihr euch entweder mit verschiedenen Tierarten oder ihr trefft auf Skelette und andere Untote. Diese gibt es zwar in unterschiedlichen Ausführungen (Skelett-Soldaten, Skelett-Piraten etc.). Allerdings ändert es nichts daran, dass schnell eine gewisse Eintönigkeit aufkommt. Das haben viele Konkurrenten deutlich besser gelöst. In diesem Bereich müssen die Entwickler in Form von Updates unbedingt Nachschub liefern.

Schon schick!

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Aeternum bietet größtenteils eine ansehnlich sowie stimmungsvolle Kulisse. Es gibt aber auch einige fade oder detailarme Landstriche. © 4P/Screenshot

Immerhin sehen die Gegner zum überwiegenden Teil recht hübsch aus und sind klasse animiert, was übrigens auch für den überwiegenden Rest der Kulisse gilt. Einige Landschaften wirken geradezu idyllisch und laden zum Verweilen ein, während andere merkwürdig steril wirken oder deutlich weniger Details zeigen. Ebenfalls nervig sind einige Grafik-Fehler, die unter anderem dazu führen, dass ihr Gegner nicht treffen könnt, weil sie plötzlich eine Leiter nach oben „glitchen“. Das fällt zwar eher in die Kategorie „ärgerlich“ als in „Motivations-Killer“, nervig ist dies dennoch.

Über fast jeden Zweifel erhaben ist hingegen die Soundkulisse von New World: Nicht nur die musikalische Untermalung, sondern vor allem die allgemeine Klangwelt trägt unglaublich viel zur Atmosphäre in Aeternum bei. Wenn ihr etwa in einem Wald steht, um Bäume zu fällen und dabei das Hacken eurer Axt aus der Distanz zurückschallt, ist das ein echter Genuss für die Ohren. Auch die Geräusche der Fauna und der verschiedenen Feinde können sich hören lassen. Selbiges gilt für die (nicht durchgängige) Sprachausgabe der NPCs, bei der es nur wenige echte Ausrutscher gibt.


Kommentare

35 Kommentare

  1. flopsy hat geschrieben: 22.11.2021 16:14 Die Hätten das Design von Crucible (Welt, Artstyle, Chraktere) nehmen und daraus ein MMORPG machen sollen, das zu mindestens 80% aus PVE besteht, und das Ding wäre wie eine Bombe eingeschlagen. Warum fragen die nicht einfach mich ... 8O
    Also pvp ist deutlich weniger beliebt, als du annimmst

  2. Die Hätten das Design von Crucible (Welt, Artstyle, Chraktere) nehmen und daraus ein MMORPG machen sollen, das zu mindestens 80% aus PVE besteht, und das Ding wäre wie eine Bombe eingeschlagen. Warum fragen die nicht einfach mich ... 8O

  3. Babelfisch hat geschrieben: 21.11.2021 20:00
    Mordegar hat geschrieben: 21.11.2021 14:34 Mal abgesehen vom Levelprozess selber, ist das ganze Spiel so aufgebaut. Es erinnert an einen Asiagrinder im westlichen Gewand. Die Hauptstory geht komplett im nichts unter und ist absolut belanglos, man geht sich quasi ohne große Gründe an die Gurgel für Geld und Items aus Kisten.
    Das sind auch zwei der Gründe, weshalb ich das Handtuch geworfen habe.
    Spiele als Trainingscamps für die Leistungsgesellschaft. Ja, der Gedanke hat was!
    ...
    Wer tut sich sowas freiwillig an?
    Ich zocke schon lange nichts mehr, das sich nach "Arbeit" anfühlt.

    Die *fühlt sich nach Arbeit an* Diskussion hab ich auch mit den Leuten geführt, hat aber gar nix ausser verlorene Lebenszeit gebracht.
    Amazon hat meiner Meinung nach einfach einen Asia Grinder mit westlicher Grafik geschaffen und sich total verkalkuliert bei dem, was daraus eigentlich werden sollte.

  4. Mordegar hat geschrieben: 21.11.2021 14:34 Mal abgesehen vom Levelprozess selber, ist das ganze Spiel so aufgebaut. Es erinnert an einen Asiagrinder im westlichen Gewand. Die Hauptstory geht komplett im nichts unter und ist absolut belanglos, man geht sich quasi ohne große Gründe an die Gurgel für Geld und Items aus Kisten.
    Das sind auch zwei der Gründe, weshalb ich das Handtuch geworfen habe.
    Spiele als Trainingscamps für die Leistungsgesellschaft. Ja, der Gedanke hat was!
    ...
    Wer tut sich sowas freiwillig an?
    Ich zocke schon lange nichts mehr, das sich nach "Arbeit" anfühlt.

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