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Remnant 2 (Action-Adventure) – Soulslike-Shooter mit Evolution statt Revolution

Vor fast genau drei Jahren lieferte Gunfire Games einen echten Überraschungshit ab: Wer bis dahin glaubte, dass Soulslike-Spiele zwingend auf Schwert und Bogen angewiesen sind, wurde eines Besseren belehrt. Mit Schusswaffen geht es genauso, wenn das Gunplay so gut flutscht wie in Remnant: From the Ashes. Nun erscheint der Nachfolger und will alles noch ein bisschen besser, noch ein bisschen runder machen. Wir haben etliche Stunden in der Spielwelt verbracht, zahlreiche Bosse erledigt und Geheimnisse gefunden und stellten fest: Remnant 2 ist eine klassische, aber sehr gute Fortsetzung. Wieso genau, das verraten wir euch im Test.

© Gunfire Games / Gearbox

Vielfältige Build-Möglichkeiten

Der beziehungsweise die jeweiligen Archetypen sind jedoch nur ein Punkt von vielen in der umfangreichen Charaktergestaltung. Schließlich kommen noch die Eigenschaften, also passive Attribute, die man nach und nach frei auflevelt, hinzu und darüber hinaus Unmengen von Waffen, Ringen, Amuletten, Modifikationen, Relikte und so weiter, mit denen man den eigenen Charakter Stück für Stück stärker individiualisieren kann. Ein klassischer Loot-Shooter ist Remnant 2 dabei übrigens nicht: Neue Ausrüstung wartet längst nicht hinter jeder Ecke, sondern viele Gegenstände sind gut versteckt oder müssen erst aus den Überresten von Bossen gegossen werden. Gunfire Games setzt eher auf Klasse statt Masse und das war eine verdammt gute Entscheidung!

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Nicht übermäßig, aber oft genug gilt es Rätsel zu überwinden, deren Lösung nicht immer ganz einfach ist. © 4P/Screenshot

Nahezu jede Waffe, die man findet oder sich in Station 13 herstellen lässt, ist unterschiedlich und liefert mitunter ganz neue Möglichkeiten in den Kämpfen. Insbesondere die Mods sind hier ausschlaggebend, können sie nicht nur das optische Design einer Waffe, sondern auch deren Wirkungsweise verändern. Relativ früh im Spiel konnte ich beispielsweise aus den Material eines Bosses einen Giftstrahler herstellen, der entsprechend Schaden über Zeit an Gegnern macht und es mir zudem erlaubt, einen Schwarm von giftigen Moskitos loszuschicken, die alle Feinde in der Nähe angreifen. In Kombination mit einem Relikt, welches mir für das Aktivieren von Waffenmods Lebensenergie zurückgibt, sorgt das dafür, dass ich viel Gesundheit in kurzer Zeit passiv regeneriere, ohne den Abzug berühren zu müssen.

Eine große Änderung, die sich im Vergleich zum restlichen Build-System auf den ersten Blick nach wenig anfühlt,

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Das erste Outfit für unseren Helfer-Archetypen ist nicht besonders spannend, aber es gibt noch viel mehr Rüstungen. © 4P/Screenshot

betrifft die Rüstungen. Noch immer gibt es für jeden Archetypen ein eigenes Outfit, aber die Setboni aus dem Vorgänger sind Geschichte und die einzelnen Teile lassen sich nicht mehr verbessern. Das hat seine Vor- und Nachteile: Auf der seinen Seite kann man nun die Rüstung tragen, die einem optisch am besten gefällt und die passenden Resistenzen umfasst, ohne dass man wegen einem Bonus an ein Outfit gebunden ist. Darüber hinaus können Detailverbesserungen jetzt über das Relikt vorgenommen werden, in dem man dort bis zu drei Fragmente einbaut, die zum Beispiel höhere Heilung oder eine schnellere Modregeneration gewähren. Auf der anderen Seite sorgt das ein wenig dafür, dass die Rüstungssets irrelevanter wirken. Ein Transmogrifikationssystem gibt es übrigens nicht.

Multidimensionales Erkunden

Doppel-Archetypen, Eigenschaften, Waffen, Mods und Ringe: Wozu steckt man eigentlich so viel Arbeit rein? Na logisch: Um etlichen Gegnern in verschiedenen Welten kräftig in den Hintern zu schießen. Jede einzelne Dimension in Remnant 2 bietet dabei ihre ganz eigene Atmosphäre und aufgrund der Zufallsgenerierung werdet ihr in einem Playtrough längst nicht alle Gegenden erkunden können. Dazu aber gleich mehr, erst einmal gilt es sich der Feindesschar zu stellen. Denn die Welten sehen nicht nur optisch verschieden aus, sondern bieten auch ihre eigene Auswahl von Feinden, die uns nur allzu sehr ans Leder wollen.

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Ein blutroter Mond? Das bedeutet auch in Remnant 2 nicht unbedingt was gutes. © 4P/Screenshot

Die erste Welt, die sich mir in Remnant 2 abseits der Erde präsentierte, war N’Erud, die sich als ein Mix aus Science-Fiction-Realität und grauer, leerer Wüste beschreiben lässt. Überwiegend gibt es hier dementsprechend Kämpfe gegen Roboter mit fiesen Laserwaffen, während ich mich nur eine Welt weiter auf einmal in einer Art Light-Version von Bloodborne wiederfinde. Statt moderner Technologie darf ich nun vor Irren mit überdimensionalen Kettensägen und verrückten Personen wegrennen, die aus mir modisch unerfindlichen Gründen einen Bowler tragen. Am Ende müssen dennoch alle Feinde meinem Arsenal klein beigeben, ganz unabhängig davon, aus welchem Holz, Stein, Metall oder Fleisch sie geschnitzt sind.

Doch nicht nur Gegner warten in den unterschiedlichen Biomen auf uns, sondern es gibt wirklich viel zu entdecken. Überall lassen sich Geheimnisse und teils komplexe Rätsel ausfindig machen, die mitunter noch einmal zu neuen Verstecken führen oder den Weg zu optionalen Quests öffnen. Wer will kann in einer Welt von Remnant 2 unzählige Stunden verbringen und dürfte am Ende trotzdem noch nicht alles entdeckt haben. Stichwort: Zufallsgenerierung.

In der gut 18- bis 20-stündigen Kampagne werdet ihr zwar jedes Biom zu Gesicht bekommen, aber längst nicht alle Gebiete und Bosse. Diese werden nämlich zufällig ausgewürfelt und euch steht lediglich eine Auswahl in einem einzigen Playtrough zur Verfügung. Wer alles sehen und jede Belohnung abgreifen will, muss entweder mehrmals die Kampagne spielen oder den Abenteuermodus nutzen. Sobald ihr ein Biom erfolgreich abgeschlossen habt, könnt ihr es in einem von der Kampagne separaten Speicherstand neu würfeln lassen, um die Chance zu haben, neue Gebiete zu erhalten. Die Wiederspielbarkeit ist also auch an dieser Stelle mehr als gegeben.

Kommentare

125 Kommentare

  1. PanzerGrenadiere hat geschrieben: 01.08.2023 16:35
    ray2077 hat geschrieben: 01.08.2023 15:50 Super Game, Gegner soweit kein Problem, aber die Rätsel sind zum Mäusemelken - kommen nicht weiter in Nerud🙈🔨
    an welcher stelle?
    Hi!
    Jetzt komme ich super voran. Nerud war irgendwie von der Wegfindung für mich so undurchsichtig, aber jetzt geht endlich voran - bin schon in der 5.Welt Losomn.
    Die Gegner sind entspannt zum Spielen ohne Frust auch die Bosse sind nicht zum Frusten - da war EldenRing schon ein wesentlich härterer Brocken. Aber muss ja nicht immer sein. Hat mich gewundert, weil ich gelesen habe, dass es Solo schwer zu schaffen wäre.
    Nun ja, hab Riesenspaß damit, sehr schön gemacht und Steuerung nach meinem Geschmack und läuft auch sehr flüssig - endlich wieder mal ein gutes Game 🤘

  2. PanzerGrenadiere hat geschrieben: 01.08.2023 16:35
    ray2077 hat geschrieben: 01.08.2023 15:50 Super Game, Gegner soweit kein Problem, aber die Rätsel sind zum Mäusemelken - kommen nicht weiter in Nerud🙈🔨
    an welcher stelle?
    Vielen dank @PanzerGrenadiere bin jetzt endlich weitergekommen, und im Labyrinth bis zum Hüter vorgedrungen.
    Danke für dein Feedback!
    🤘

  3. USERNAME_1494092 hat geschrieben: 27.07.2023 10:36 […]
    hydro in progress hat geschrieben: 27.07.2023 10:40 […]
    Besten Dank Euch beiden.
    Die Helfer-Klasse mit Hund, hat der Test auch schon aufgezeigt. Das wäre somit auch meine Wahl.
    Aaaber, mir ist völlig entgangen (vielleicht überlesen), dass hier Schwierigkeitsgrade einstellbar sind. Danke für den Hinweis. Ich würde mit der mittleren Stufe starten und hab noch etwas Puffer, sollte es frusten.
    VG

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