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Rogue Trooper (Action-Adventure) – Rogue Trooper

Um im unübersichtlichen Dschungel der Third-Person-Action ein Zeichen zu setzen, muss man sich mittlerweile einiges einfallen lassen. Es reicht einfach nicht mehr, einen Helden mit haufenweise Waffen auszurüsten und ihn durch Abschnitte zu schleusen. Kann der für das renommierte Rebellion-Team (AvP) auflaufende Rogue Trooper als hierzulande kaum erfolgreiche Comic-Figur wieder Schwung ins Genre bringen?

© Rebellion / Eidos

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn auch wenn Rebellion in keiner Form an den Grundfesten der Third-Person-Action-Bibel rüttelt und mit Sniper-Einlagen, stationären Geschützen, einem breiten Spektrum an Schießprügeln und diversen Granaten und Minen sowie den obligatorischen Nahkampf-Attacken nichts bietet, was man nicht auch irgend wo anders finden kann, offeriert der blaue Comic-Rambo unter dem Strich doch alles etwas anders als die Konkurrenz: Rebellion hat es geschafft, dem Spieler mehr Freiheit zu bieten als man es von herkömmlichen Genre-Kollegen gewohnt ist.

Rogue Trooper bietet von Anfang bis Ende schmackhafte Action-Kost in passendem Ambiente!

Ihr wollt wild ballernd durch die großräumigen Abschnitte pilgern? Kein Problem: da Gunnar mit unterschiedlichen Munitionstypen gefüttert werden und Bagman im Laufe der Zeit mit frischen Blaupausen für neue Waffensysteme ausgestattet werden kann, ist der Projektil-Teller voll genug, um auf Dauer satt zu machen. 

Aber interessant wird das All-You-Can-Eat-Buffet, das Rebellion hier auftischt, erst mit den weiteren Zutaten. Denn ihr habt auch die Möglichkeit, euch an Gegner heranzuschleichen und sie mit einem eleganten Angriff aus dem Hinterhalt aus dem Weg zu räumen. Oder aber ihr lockt sie mit verschiedenen Hilfsmitteln wie einem klug eingesetztem Pfiff oder einem zeitbegrenzten Hologramm in eine mit Minen, einem stationierten Gunnar (!) oder Störgranaten versehene Falle.

In punkto Gegenstände wie Munition und Gesundheitspacks schließlich geht Rebellion ganz neue Wege und haucht der überstrapazierten Phrase „Spiel-das-Spiel-deinem-Stil-entsprechend“ tatsächlich neues Leben ein.
Denn anstatt euch von Medipack zu Medipack oder von Munitionsstation zu Munitionsstation durch die Abschnitte zu schleusen, habt ihr die Produktion selber in der Hand – genauer gesagt erledigt Bagman alles Notwendige.
Aus „Schrott“, der zum einen auf den Schlachtfeldern herum liegt, zum anderen aber auch aus jedem erledigten Gegner sowie den gefallenen Kameraden wieder gewonnen werden kann, baut euch euer labernder Rucksack alles, was ihr braucht, um auf dem Feld der Ehre zu überleben: Munition, Granaten, Minen, Erste-Hilfe-Kästen usw.
Eine klasse Idee, die für große Abwechslung und enorme Freiheit sorgt, sich aber unter der Vergrößerungslupe doch wieder als nur leichte Abweichung vom Einerlei herausstellt. Denn nur all zu selten werdet ihr wirklich aufgefordert, eine strategische Entscheidung zu treffen, ob ihr den Schrott nun für Munition oder ein Gesundheitspack opfert. Ihr habt immer genügend Reserven, um im Ernstfall ausreichend versorgt zu sein.

Technisch mit Höhen und Tiefen

Wie es sich für einen Titel aus dem Hause Rebellion gehört, liefern die Briten einen technisch sauberen Job ab. Unabhängig vom System bekommt ihr ruckelfreie Umgebungen präsentiert, die von haufenweise Gegnern bevölkert werden und die mit ihren ständigen Explosionen, Staubfontänen und Maschinengewehrsalven ein Mittendrin-Gefühl hervorrufen, das in dieser Form nur noch von EAs Medal of Honor-Serie übertroffen wird. Auch die Akustik mit guter deutscher Sprachausgabe, mal dramatischer, mal dezent im Hintergrund gehaltener Musikuntermalung sowie den knalligen Soundeffekten unterstützt den Eindruck, dass die MoH-Serie einen Abstecher in eine düstere Zukunft gemacht hat.

Bumm! Dank (leider nicht immer so gut) funktionierender Physik macht der Nort hier den Abflug!

Und da die Abenteuer von Rogue auf einem Comic basieren, verzeiht man auch den einen oder anderen Abstrich, den man im Detail am Boden und bei Wasser hinnehmen muss. Wobei diese Abstriche auf der PS2 am schwersten ins Gewicht fallen, während Xbox und PC nahezu gleichauf sind, der PC aber bedingt durch die bessere Auflösung letztlich klar vorne liegt – und dabei nicht einmal horrende Anforderungen an das System stellt.

Doch was der PC in Sachen Optik gut macht, verliert er wieder, wenn es um die Steuerung geht. Vor allem die „klassische“ Maus-/Tastatur-Kombo ist in hektischen Situation nicht optimal und dem Pad hoffnungslos unterlegen. Dementsprechend unproblematisch ist die gut reagierende Steuerung auf den Konsolen.
Gleichauf wiederum liegen die Systeme, wenn es um die Animationen geht, die sich durch die Bank als grundsolide präsentieren – das Schmuckstück ist natürlich Rogue samt Biochips. Immer wieder entdeckt man kleine, aber feine Details, die den Comic zu überzeugendem Leben erwecken. So z.B. der mechanische Arm des Rucksacks, der Schrott sammelt oder Rogue eine Spritze in den Arm jagt. Deutlich schwächer, aber immer noch nett anzuschauen, sind die Bewegungen der Gegner, die allerdings auf Dauer Verschleißerscheinungen zeigen. Bei der grundsätzlichen guten Physik und den sich daraus ergebenden und von verschiedenen Trefferzonen unterstützten Ablebeanimationen schleichen sich aber immer wieder unschöne Fehler ein. Mal schwebt ein Nort steif wie ein Brett auf einem Abhang, ein anderes Mal clippt er durch die Hauswand durch, weil die Kollisionsabfrage sich entschließt, einen Abgang zu machen.
Stört dies alles den Spielspaß? Nur selten, doch wird man dann für kurze Momente aus der an sich überzeugend aufgebauten Welt heraus gerissen.

Vernachlässigbar sind die eher untergeordneten Standard-Mehrspieler-Modi für maximal vier Spieler, die sich nicht nachhaltig als Kaufgrund präsentieren können.

Kommentare

10 Kommentare

  1. habs seit gestern und bin schon durch! schnief!!! bis dahin wars ganz gut, allerdings, wenn man jetzt nicht durch die comic fanbrille guckt, kann man schon einige wertungspunkte abziehen. außerdem ist es wirklich viel zu kurz und die Gegner zu dumm. Egal, spaß hats trotzdem gemacht, nur der erhoffte knaller ist es leider nicht geworden...
    das teil wird noch min. zwei mal durchgezockt und dann für 1-2 Jahre im Regal verschwinden, um es dann noch mal an einem langweiligen Abend (dank der kurzen Spielzeit) komplett durchzuzocken!
    MFG

  2. ah ja sorry....wollt ja noch meine meinung abgeben :D
    also:
    hab das Spiel bei nem freund gezockt und muss sagen: COOL!!
    also was ich gesehen hab war schon toll...muss aber auch sagen mein freund meintee auch das das Spiel win wenig kurz wär.....(is aber auch so ener der ein Spiel an einem tag ducrhzockt und dann ab in die Tonne :D :D )
    also vllt kauf ichs mir auch
    PS: der Multiplayer is sch***
    mfg

  3. hmm man darf nur einmal seinen text editieren?
    was ich auch schade fand waren die waffen. man braucht eigendlich nur gewehr und sniper und selten mal mörser für die dicken dinger des lebends, da man ja dem normalen gegner mit einem schuss die antwort geben kann, ob es gott wirklich gibt.
    aber es hat mir trotzdem viel spass gemacht. flotte aktion mit ein paar netten ideen.
    man sollte nur keinen hechtsprung in eine wand machen, das kann böse enden. manchmal bleibt man daran kleben und kommt kaum noch heraus

  4. sagte höchste schwierigkeitsstufe und die kann man nur spielen,wenn man es schon zuvor auf einer leichteren geschafft hat.
    kannte also alles bereits. beim ersten mal auf normal waren es aber auch nur 5-6 stunden
    bin einer dieser leute die spiele zum frühstück verspeißen. ich sag nur earth 2160 in ca 32 stunden auf normal :twisted:

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