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The Binding of Isaac (Action-Adventure) – The Binding of Isaac

Ihr kennt The Binding of Isaac nicht? Mit keinem Spiel habe ich 2011 so viel Zeit verbracht. Leider hatte es letztes Jahr mit einem Test der digitalen Version nicht geklappt, aber kürzlich ist es auch in der Box erschienen. Und dieses Independent-Abenteuer hat es in sich: Es kombiniert das Shooter-Erlebnis eines Robotron 2084 mit einem Dungeon-Erlebnis à la Zelda. Außerdem hat es für religiösen Wirbel gesorgt. Das Spiel ist jedenfalls klasse, der Blasphemie-Vorwurf der USK hingegen lächerlich.

© Edmund McMillen / Headup Games

Der Zufall führt Regie

Der Zufall führt Regie: Wenn man Glück hat, findet man die passenden Gegenstände...
Der Zufall führt Regie: Wenn man Glück hat, findet man die passenden Gegenstände… © 4P/Screenshot

Außer dem Intro gibt es zwar bebilderte Zwischen- und Endsequenzen , aber von einem erzählerischen Faden kann nicht die Rede sein. Seinen Reiz bezieht Isaac aus der Zufälligkeit, dem Erkundungsfaktor und der Vorfreude, vielleicht noch ein neues Item zu finden und auszuprobieren. Da viele Items auch Kombo-Effekte haben (Beispiel: Wellenschuss + Laser = Wellen-Laser), gibt es auch nach langer, langer Spielzeit immer noch neue Dinge, die man herausfindet.

Der Zufall ist motivierend, kann aber auch frustrierend sein: Es gibt Partien, bei denen man einfach kein Glück hat. Wer z.B. auch im vierten Level immer noch kein Item gefunden hat, um seine Durchschlagskraft zu verbessern, dafür aber schon das dritte Geschwindigkeits-Aufrüstung serviert bekommt, steht letztendlich ähnlich wie ein Kartenspieler vor der Entscheidung: Steige ich aus oder versuche ich, mich mit dem mir dargebotenen ‚Blatt‘ durchzubeißen?

Neben diversen Achievements wirken sich auch noch drei weitere direkt verfügbare sowie zwei freischaltbare Charaktere positiv auf den Langzeitspielspaß aus, die mit speziellen Stärken und Schwächen aufwarten. Meistert man das Spiel mit jenen Protagonisten, bekommt man neue Endsequenzen und schaltet ein paar durchaus nützliche Extras frei. Außerdem gilt: Nach zehn „Mom Kills“ wird noch ein deutlich herausfordernderer Extra-Level zugänglich gemacht.

Die Technik im Flash-Wolf

...wenn nicht, muss man die Zähne zusammen beißen oder neu starten.
…wenn nicht, muss man die Zähne zusammen beißen oder neu starten. © 4P/Screenshot

Das größte Ärgernis ist weniger inhaltlicher oder religiöser, sondern eher technischer Natur: Das Flash-Fundament macht sich in mehrfacher Hinsicht negativ bemerkbar. So fehlt dem Spiel z.B. eine native Unterstützung von Gamepads. Stattdessen wird auf Software wie Joy2Key verwiesen, die in solchen Fällen für Abhilfe sorgt. Eine machbare, aber dennoch nervige Lösung in Zeiten, wo viele Spiele von Haus aus zumindest einen Xbox 360-Controller ansprechen können.

Noch ärgerlicher ist allerdings die Performance. Es ist schon grenzwertig, dass die Bildrate bei wahrlich überschaubarer Technik nur mäßig stabil ist. Im schlimmsten (aber nicht regelmäßigen) Fall kommt es vor, dass die Spielfigur kurze Zeit gar nicht mehr auf Eingaben reagiert, diese dann plötzlich um einige Sekunden versetzt doch noch ausführt und damit letztendlich unkontrollierbar ist. Wer mit dem Spiel liebäugelt, sollte also die Mindestanforderungen ernst nehmen: Das, was von Screenshots und Videos her eigentlich netbooktauglich sein sollte, ist es leider nicht.

Kommentare

142 Kommentare

  1. Danny1981 hat geschrieben:Dann spiel mal Dungeon Defenders...^^
    Das hat jetzt genau welchen Mehrwert in einem Isaacthread?
    Willst du uns damit sagen, dass Dungeon Defenders ein besseres Spiel ist? Finde ich nämlich nicht. Und nun?

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