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Dark Souls 2(Rollenspiel) – Der Weg des Seelenkriegers

Demon’s Souls, Dark Souls – was für eine Geschichte: Vom Geheimtipp zum Phänomen, von der Nische zum Media Markt. Über kaum ein Spieldesign wird mit so viel Leidenschaft diskutiert. Die Abenteuer von From Software haben nicht nur archaischen Nervenkitzel in rätselhaften Fantasywelten inszeniert. Sie haben auch dafür gesorgt, dass Spannung und Anspruch wieder zu Leitmotiven für andere Entwickler wurden. Ist dieser Erfolg ein Segen oder ein Fluch für Dark Souls 2? Zwingt er zu faulen Kompromissen oder gelingt tatsächlich eine Steigerung? Mehr dazu im Test.

© From Software / Bandai Namco

Odyssee eines Verfluchten

Man fühlt sich fast wie Macbeth, wenn man voller Tatendrang mit den drei Hexen spricht. Alles wirkt ein wenig gespenstisch, aber man kann ja irgendwann ein Königreich gewinnen und seinem Schicksal ein Schnippchen schlagen – da glimmt ein Funke namens Hoffnung! Doch im Gegensatz zu den drei unheimlichen Schwestern von Shakespeare haben die alten Damen hier jegliches beschwörende Pathos und scheinbar auch das Vertrauen in die Jugend verloren.

Man ist für sie nicht der eine wichtige Thronfolger, sondern nur ein weiterer Verirrter in einem verfallenen Königreich namens Drangleic – fehlt nur noch, dass man eine Nummer ziehen muss, um sich am nächsten Schalter endlich killen zu lassen. Während sie hämisch über den frisch erschaffenen Charakter kichern, entpuppen sich die Hexen allerdings als unfreiwillige Motivationskünstler:

„Ihr werdet eure Seelen verlieren – immer und immer wieder.“

Genau das ist es, Ladys, genau danach lechzt man, wenn man durch Boletaria und Lordran gewandert ist! Man ist erneut als Verfluchter in einem verfluchten Land unterwegs. Vier Dämonen gilt es zu finden und zu vernichten, obwohl man nicht als strahlender Held, sondern als einer von vielen Gestrandeten mit wenig beeindruckenden Fähigkeiten startet.

Der Tod lauert schon im Tutorial


 

Ein stolzer Held in kompletter Falknermontur – die wird ihm aber in vielen Fällen nicht viel nützen. Und er sieht auch schon untot aus. Wer stirbt, wird zu „Hülle“ und verliert etwa ein Zehntel seiner maximalen Lebensenergie.

Man wählt aus acht statt wie noch in Dark Souls zehn Klassen z.B. Schwertkämpfer, Kleriker oder Zauberer – Letzterer empfiehlt sich neben dem Krieger mit seinem Schild aufgrund seines mächtigen Seelenpfeils als ideale Einstiegsklasse; wenn die Monster danach noch an ihn rankommen, reicht meist ein kleiner Messerstich. Aber keine Bange: Auch er darf sich nichts auf seine arkane Distanz einbilden. Denn bereits im „Tutorial“ wird klar, dass Dark Souls 2 seinem gnadenlosen Ruf treu bleibt. Und das ist verflucht gut so.

Es gibt für Einsteiger keine lockere Proberunde mit Trainingspuppen, sondern gleich Vollgas ohne Sicherheitsgurt. Natürlich muss man so früh nicht sterben. Schon gar nicht, wenn man die wichtige Soulsregel beachtet, fremde Gebiete möglichst vorsichtig zu erkunden. Der Tod lauert nämlich überall in Form von klaffenden Abgründen, versteckten Feinden und einer regelrechten No-Go-Area. Kaum eine halbe Stunde gespielt, kann man von Messern zerfetzt oder in den Armen eines fetten Monsters zerquetscht werden. Selbst wenn es knapp war gegen den Schwabbelriesen, solltet ihr nicht zu früh mit einer Revanche frohlocken – es hat noch einen fetten Bruder. Warum bewachen die eigentlich einen Sarg am See?

 

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