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Forza Horizon 2(Rennspiel) – Rasanter Festival-Roadtrip

Schnelle Wagen, fette Beats, wilde Partynächte und aufregende Rennen: Nach der überragenden Premiere in Colorado verlagern Playground Games und Turn 10 mit Forza Horizon 2 ihren großen Roadtrip nach Südeuropa, um PS- und Festivalkultur erstmals auch auf der Xbox One zu verschmelzen. Wir haben das Radio aufgedreht und die Motoren aufheulen lassen. Kann das Open-World-Rennspiel immer noch begeistern?

© Playground Games / Microsoft

Freiheit über alles

Bei meiner Jungfernfahrt zum Festival im schnittigen Lamborghini Huracan dröhnt neben den satten Motorenklängen des brandneuen Hypercars der Song „Liberate“ aus den Lautsprechen – und perfekt choreographiert setzt der Bass nach dem atmosphärischen Intro genau dann ein, wenn ich zum ersten Mal selbst das Gaspedal durchdrücken kann. Ein tolles Gefühl! Man hätte den Einstieg kaum besser inszenieren können, steht die Dance-Nummer von Eric Prydz („Call on Me“) doch sinnbildlich für das, was die Faszination von Forza Horizon ausmacht. Liberate, das ist die Befreiung von Grenzen, mit denen man im Motorsport und den meisten Rennspielen unweigerlich in Form der Streckenbegrenzung konfrontiert wird. Hier dagegen steht mir als Fahrer die Welt offen – mehr noch als im virtuellen Colorado des Vorgängers.

So darf ich nicht nur über die asphaltierten Straßen oder staubigen Offroad-Pisten rasen, sondern mich alternativ auch querfeldein durch Felder, Wiesen und Wälder pflügen. Eine Möglichkeit, die mir im ersten Teil noch genommen wurde, da die meisten Areale abseits der ausgewiesenen Strecken noch von undurchdringbaren Leitplanken geschützt wurden. Klar, im Rahmen von Veranstaltungen muss ich weiterhin mehr oder weniger dem vorgegebenen Verlauf folgen und meine Karossen immer schön brav zwischen den roten Rauchsäulen der Checkpunkte hindurch manövrieren. Falls nicht, folgt umgehend eine Strafversetzung vor den letzten verpassten Kontrollpunkt, doch gibt es vor allem in Offroad-Events, aber auch bei Stadtkurse wie in Nizza, Montellino oder dem beschaulichen Sisteron mehr als genug Gelegenheiten für kleine Abkürzungen. Aber vor allem, wenn ich einfach nur so durch die offene Welt fahre, auf dem Weg zum nächsten Event vielleicht noch ein paar Blitzer auslöse, in Tempozonen meine

Südeuropa hat nicht nur landschaftlich etwas zu bieten, sondern auch Abstecher in kleine Städte.

Durchschnittsgeschwindigkeit für eine Top-Platzierung möglichst hoch halte oder mich auf der Suche nach versteckten Scheunen-Fahrzeugen sowie Rabatt- und XP-Tafeln in die Wildnis begebe, wird es mir immer wieder bewusst: Ich fühle mich einfach herrlich frei!

Der pure Fahrspaß


Und nicht nur das: Ich fühle mich hinter dem Steuer auch pudelwohl! Zwar wurde die grandiose und anspruchsvolle Fahrphysik aus Forza Motorsport 5 für das Cruisen durch die offene Welt etwas entschärft, doch ist das Ergebnis für mich ein nahezu perfekter Kompromiss aus Anspruch und Fahrspaß. Schaltet man Hilfen wie ABS, Traktions- sowie Stabilitätskontrolle oder Ideallinie ab und entscheidet sich zusätzlich noch für die Simulationssteuerung, muss man zwar mehr Gefühl bei Gas und dem Einsatz der (Hand-)Bremse unter Beweis stellen, kann aber trotzdem noch relativ kontrolliert durch Kurven driften und selbst PS-Monster halbwegs komfortabel auf der Strecke halten. Egal ob bei Sonnenschein oder dem neuen Regenwetter, das zwar die Fahrphysik leicht beeinflusst, in erster Linie aber lediglich einen schicken visuellen Effekt darstellt. Schön auch, dass man weiterhin die Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugmodellen spürt – und das nicht nur aufgrund unterschiedlicher Antriebsarten. Hier zeichnet sich jedes Auto durch einen eigenen Charakter und individuelle Fahreigenschaften aus, bei denen man selbst kleine Nuancen beim Handling bemerkt. Horizon 2 verkörpert für mich den puren Spaß am Fahren! Es spricht daher Bände, dass ich auf die Schnellreisefunktion immer verzichtet habe. Nicht etwa, um Kosten zu sparen, sondern weil ich einfach so viel Freude daran habe, selbst zum Startpunkt der nächsten Veranstaltung zu düsen, dabei der Musik und den authentischen Radiomoderatoren zu lauschen und vielleicht auch ein paar verrückte Fahrmanöver auszuprobieren.  

Kultige Gefährte wie den T1 VW-Bus findet man meist gut versteckt in Scheunen.

Trotz ihrer Vereinfachung tendiert die Fahrphysik immer noch stärker zu ihren Simulationswurzeln als zu reinrassigen Arcade-Rennspielen. Dies unterstreichen auch die Setup-Einstellungen, die im Vorgänger noch fehlten, jetzt aber 1:1 vom Motorsport-Vorbild übernommen wurden. Und so kann man auf Wunsch auch hier u.a. den Reifendruck und die Bremsbalance verändern, am Fahrwerk und der Aerodynamik schrauben oder das Differenzial nach eigenen Wünschen anpassen. Vorausgesetzt, man hat dem Tuner bereits einen Besuch abgestattet und die nötigen Teile manuell verbaut oder sich für ein automatisches Upgrade entschieden. Wie gewohnt steht eine große Auswahl an Tuning-Equipment zu Verfügung: Egal ob Schwungscheiben, Federn, Getriebe, Gewichtsreduzierungen, Schalldämpfer oder eine Motoren-Behandlung mit Chips, Turboladern und Nockenwellen – hier findet man alles, was das Fahrzeug leichter, leistungsfähiger und besser macht.

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