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Kane & Lynch: Dead Men (Action-Adventure) – Kane & Lynch: Dead Men

Wenn die eigene Frau und Tochter von ehemaligen Söldner-Kollegen festgehalten werden, euch ein psychopathischer Wachhund auf Schritt und Tritt folgt und eure Familie nur dann leben kann, wenn ihr selbst sterbt, kann das nur eines bedeuten: Ihr steckt bis zum Hals im Schlamassel! Bereits mit der Hitman-Serie haben die Dänen von IO Interactive Erfolge gefeiert. Kann auch das Himmelfahrtskommando des Duos Kane & Lynch überzeugen oder erwartet euch hier nur ein Action-Einheitsbrei?

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Kurz, aber heftig

16 Kapitel? Wow, das hört sich ja mal nach einer umfangreichen Kampagne an. Doch der Eindruck täuscht, denn schon nach etwa sieben Stunden flimmert der Abspann über euren Bildschirm. Hinzu kommt, dass manche Spieler das letzte Kapitel gar nicht erst zu Gesicht bekommen werden, da ihr vorher vor eine schwerwiegende Wahl gestellt werdet, nach der euch der letzte Abschnitt unter Umständen vorenthalten wird. Doch egal, für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, fällt das Endergebnis in beiden Fällen ernüchternd aus. Ich will an dieser Stelle nichts spoilern, aber beide Endsequenzen sind ziemlich enttäuschend. Doch was erwartet euch alles auf dem Weg bis zum großen Finale? Action, Action und noch mal Action! Gerade am Anfang geben die Entwickler richtig Gas: Nach eurer spektakulären Flucht steht zunächst ein Banküberfall auf

In den 16 Kapiteln geht es sehr actionreich zur Sache! Leider ist die Kampagne ziemlich kurz ausgefallen.

dem Programm, bei dem ihr u.a. einen Tresorknacker beschützen müsst und erstmals Zeuge werdet, wie Lynch austickt, wenn er nicht regelmäßig seine Pillen nimmt. Anschließend erwartet euch eine coole Railshooter-Sequenz, bei der ihr aus dem Heck eines Lieferwagens auf die Polizeiwagen ballert, die euch mit heulenden Sirenen verfolgen. Besonders cool ist der darauf folgende Besuch eines Nachtclubs in Tokio: Zu hämmernden Techno-Beats bewegt ihr euch im Stroboskop-Lichteffektgewitter unauffällig durch die wild tanzende Meute und vorbei an grimmigen Aufpassern, die mit ihren Taschenlampen Ausschau nach verdächtigen Personen halten. Jetzt bloß nicht auffallen& Doch damit ist es spätestens dann vorbei, wenn ihr euch zusammen mit Lynch und der ausgeknockten Club-Besitzern auf dessen Schultern zum Dach wollt. Fällt der erste Schuss, bricht Panik aus und die Besucher laufen wie aufgescheuchte Hühner wild umher, während ihr euch mit den bewaffneten Wachen auseinandersetzen und gleichzeitig darauf achten müsst, dass eurer Geisel auf dem Weg zum Dach nichts passiert. Leider verschießt IO bereits am Anfang seine ganze Munition. Wo euch das abwechslungsreiche Missionsdesign in den ersten Stunden noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, erwartet euch im Mittelteil langweiliger Einheitsbrei, bei dem ihr immer wieder auf alles schießen müsst, was sich bewegt. Erst gegen Ende wird es wieder interessanter, wenn ihr euch unauffällig an eine Hazienda anschleichen müsst, ohne bei den Wachposten Alarm auszulösen. Daneben braust ihr in einer weiteren Railshooter-Sequenz mit einem Jeep durch den Dschungel, weicht Bazooka-Geschossen aus und vereitelt die Flucht der bösen Buben, indem ihr die Triebwerke ihres startenden Jets zerfetzt. In solchen Momenten wird man nach den stupiden Missionen des Mittelteils endlich wieder gepackt…

Dumm, aber gefährlich

Das größte Problem von Kane & Lynch ist die schwache KI. Egal, ob ihr eure Kameraden oder die Feinde in den Auseinandersetzungen betrachtet, verhalten sich die Figuren strohdumm. Oft genug passiert es, dass Feinde einfach an euch vorbeirennen und euch gar nicht wahrnehmen. Ein anderes Mal steht eine ganze Gruppe in der Gegend herum. Ich schieße einen ab und der Rest bleibt einfach starr stehen. Zwar suchen die Gegner auch immer wieder Schutz, doch positionieren sie sich dabei meist so ungünstig, dass es kein Problem ist, sie auch dort zu erwischen. Doch wie so oft gleichen Entwickler die fehlende Intelligenz ihrer KI durch Masse aus. So auch hier: Ihr seid die meiste Zeit umzingelt von Gegnern, die aus allen Rohren feuern. Habt ihr sie erledigt, rückt auch schon die nächste Welle nach. Manchmal treiben es die Entwickler zu weit – so z.B. vor der Erstürmung des El Capitol in Havanna. Von allen Seiten strömen Feinde heran, besetzen MG-Geschütze am Boden und auf Anhöhen in den zerbombten Ruinen. Das alles wäre vermutlich eine lösbare Aufgabe, wenn die KI eurer Mitstreiter wenigstens halbwegs clever wäre. Das ist leider nicht der Fall. So bleibt eure Unterstützung lieber ungeschützt in der Gegend stehen, anstatt selbstständig Deckung zu suchen. Und warum ballern sie weiter mit ihrem

Die Cops zögern nicht lange und setzen Tränengas ein. Werft die Granate besser schnell zurück, bevor eure Sicht beeinträchtigt wird.

schwachen Maschinengewehr, wenn sie direkt neben einem deutlich stärkeren Geschütz stehen? In solchen Momenten muss ich mir immer wieder an den Kopf fassen, wenn sich mein Team lieber abknallen lässt anstatt mit etwas Köpfchen zu reagieren. Die Folge: Ihr dürft im Kugelhagel Babysitter spielen und zu ihnen hinrennen, um ihnen mit einer Adrenalinspritze wieder auf die Beine zu helfen. Sie selbst würde nicht auf die Idee kommen, sich gegenseitig zu helfen und ihr könnt auch keine entsprechenden Anweisungen geben. Dummerweise werdet ihr bei diesen Rettungsaktionen meist selbst so schwer verletzt, dass ihr Hilfe braucht. Wenigstens ist in diesem Fall schnell einer eurer Kameraden zur Stelle, doch dürft ihr nicht zu oft deren Hilfe innerhalb kurzer Zeit beanspruchen, weil ihr sonst aufgrund einer Adrenalin-Überdosis draufgeht. Schön ist, dass euch eure Jungs bei Munitionsmangel oft mit neuen Patronen versorgen und Kane die Magazine in Feuerpausen automatisch nachlädt. Gehen euch die Kugeln aus, habt ihr alternativ die Wahl, euren Vorrat bei getöteten Feinden aufzustocken oder sogar deren Waffen zu übernehmen. Neben Pistolen gehören auch MGs, Snipergewehre, Shotguns und sogar Raketenwerfer zum ansehnlichen Arsenal, wobei ihr maximal zwei Waffen gleichzeitig mit euch tragen dürft. Manchmal steht euch sogar eine kleine Armee von über zehn Soldaten zur Seite. Doch gerade die besagte El Capitol-Szene zeigt, wie überflüssig diese Unterstützung eigentlich ist. Es dauerte bei den unzähligen Neuversuchen oft keine zehn Sekunden, bis die gesamte Truppe ausgelöscht war. 

    

Kommentare

66 Kommentare

  1. ich hab mir das game gestern für die ps3 im MM für 20 taler geholt und bin grad damit fertig geworden und ich muss sagen war allemal das geld wert auch wenns nach games wie uncharted2 jetzt von der grafik nicht mehr schockt aber story und die charakter haben überzeugt bis auf das seltsame ende ...
    für mich wärs ne 86% wertung gewesen ...

  2. Bis zu dem Bürgerkrieg fand ich es auch noch spaßig, aber dann gings abwerts, das passte einfach net. da hätten sie sich lieber durch irgendein Penthouse ballern können, das wär besser gekommen. Das Ende fand ich mehr als beschissen, und total abgehackt. Wen man in den Heli geht meckert Lynch das man ein Feigling ist, aber wen nicht meckert er das das Lebensmüde ist, der is auch nie zufrieden.

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