Veröffentlicht inTests

Kane & Lynch: Dead Men (Action-Adventure) – Kane & Lynch: Dead Men

Wenn die eigene Frau und Tochter von ehemaligen Söldner-Kollegen festgehalten werden, euch ein psychopathischer Wachhund auf Schritt und Tritt folgt und eure Familie nur dann leben kann, wenn ihr selbst sterbt, kann das nur eines bedeuten: Ihr steckt bis zum Hals im Schlamassel! Bereits mit der Hitman-Serie haben die Dänen von IO Interactive Erfolge gefeiert. Kann auch das Himmelfahrtskommando des Duos Kane & Lynch überzeugen oder erwartet euch hier nur ein Action-Einheitsbrei?

©

Zielprobleme

Aber das sind nicht die einzigen Probleme, mit denen das Duo zu kämpfen hat: Auch die Kollisionsabfrage gibt an einigen Stellen Rätsel auf. Warum treffe ich z.B. manche Feinde nicht, obwohl sich ihr Kopf genau in meinem Fadenkreuz befindet? Eine ganz üble Stelle ist folgende: Ihr befindet euch mit eurer Tochter in einer kleinen Grube und müsst sie vor heran nahenden Gegnern beschützen. Normalerweise würde man über die Planke nach oben rennen und sich anschließend die Kerle vornehmen. Beim ersten Mal hat es nicht funktioniert. Jenny stirbt. Neuer Versuch! Auch beim zweiten Mal komme ich nicht über die Planke aus der verdammten Grube heraus. Jenny stirbt. Neuer Versuch! Beim dritten Mal nehme ich mir vor, einfach in der Grube zu bleiben und die Gegner von dort aus zu erledigen. Es sind zu viele. Jenny stirbt. Neuer Versuch! Ich renne noch mal zur Planke. Und was passiert? Ich komme problemlos nach oben und mache die Mistkerle fertig. Wie kann so was sein? Der nächste Schlag ins Gesicht folgt beim anschließenden Kampf gegen einen Zwischengegner: einen riesigen Kipplaster, der auf mich und Jenny zurast. Das Programm hat mich mittlerweile wieder zurück in die Grube versetzt. Eigentlich super, denn so können die Schurken über mich drüber fahren, ohne dass mir oder Jenny was passiert. Normalerweise ahmt die KI meine Aktionen nach. Ducke ich mich, duckt sie sich auch. Bei einem ersten Test funktioniert es! Ich ducke mich – Jenny geht ebenfalls in Deckung. Super! Der Laster kommt angerast und ich ziehe meinen Kopf ein. Und was macht der Dussel neben mir? Schaut aus der Grube und wird überfahren. Jenny stirbt. Neuer Versuch! Das gleiche Spiel: Ich ziehe den Kopf ein. Jenny steht pünktlich zum heran rasenden Laster auf und wird überfahren. Sie stirbt. Neuer Versuch! Der Laster kommt wieder auf uns zu und ich befürchte schon das Schlimmste. Aber nein, dieses Mal bleibt sie unten und ich bekomme endlich die Chance, den Fahrer zu erledigen. Eine solche Willkür bei der Spielmechanik – und das zwei

Nichts für Weicheier: Kane und Lynch fackeln nicht lange und gehen hart gegen ihre Widersacher vor.

Mal so kurz hintereinander – lässt Worte über meine Lippen kommen, die auch im Spiel übermäßig häufig benutzt werden. Ich hab das Gefühl, dass jeder Satz in den Dialogen mindestens einmal das Wort Scheiße, Arschlöcher oder Wichser enthält. Man kann es auch übertreiben…

Gute Synchro, schlechte Abmischung

Zumindest aber geht die deutsche Synchro voll in Ordnung. Vor allem die beiden Haupt-Akteure haben markante Stimmen, die gut zu ihnen passen. Schade ist nur, dass das Tonstudio anscheinend die Abmischung vollkommen vergeigt hat. Manche Dialogzeilen sind viel zu leise und lassen sich kaum verstehen. Im Spielgeschehen mag es nachvollziehbar sein, wenn der Gesprächspartner weiter weg steht. Aber wenn in Zwischensequenzen komplette Sätze in Umgebungsgeräuschen untergehen, wurde hier ganz offensichtlich geschlampt. Auch in Sachen Soundeffekte hat man sich scheinbar keine großen Gedanken gemacht. Zwar klingen die Schussgeräusche ganz nett, aber es fehlt ihnen der gewisse Kick. Das gilt auch für Szenen, in denen sich z.B. geprügelt wird oder Kane z.B. einen Tritt in die Kniekehlen bekommt. Es fehlt einfach der Wumms! Hinzu kommen auch Zwischensequenzen, in denen Türen gänzlich ohne Ton zugeschlagen werden. Ein anderes Mal steht ihr direkt neben dem Highway und Autos rasen geräuschlos an euch vorbei. So etwas muss doch auffallen& Nervig ist außerdem, dass angeschossene Feinde immer die gleichen Sätze mit der gleichen Stimme stammeln. Aber das passt vermutlich zu der Tatsache, dass ihr es über weite Strecken mit Widersachern zu tun habt, die anscheinend aus dem Klonlabor geflüchtet sind. Egal, ob Cops, Tänzer in der Disco oder The7-Schergen in Havanna: Die Gesichter und Frisuren eurer Gegner sind sich oft sehr ähnlich, was bei einem solch hohen Feinaufkommen aber auch keine Überraschung darstellt. Trotzdem hätten hier etwas mehr Variationen sicher nicht geschadet. Das Beste am Audiobereich ist die Musik:

Ihr seid nicht nur als Duo unterwegs. Manchmal steht euch ein ganzes Team an Kämpfern zur Seite. Freedom Fighters lässt grüßen!

Komponist Jesper Kyd, der auch schon Hitman vertont hat, sorgt auch hier mit seinen interaktiven elektronischen Klängen für die passende Atmosphäre.

Durchschnittliche Technik

Technisch bewegt sich Kane & Lynch nur auf einem durchschnittlichen Niveau. Wer bereits Gears of War oder das neue Uncharted: Drakes Schicksal mit seinen prächtigen Kulissen in Aktion gesehen hat, wird den matten Locations hier nicht viel abgewinnen können. Verglichen mit der starken Konkurrenz vom Schlag eines Call of Duty 4 oder Bioshock sieht Kane & Lynch sehr unspektakulär aus – selbst das alte GRAW hat optisch mehr zu bieten. Da hilft es auch nicht viel, dass ihr die Umgebung teilweise zerlegen könnt – in dieser Beziehung macht Stranglehold eine deutlich bessere Figur. Dazu gesellt sich eine ganze Reihe an Clippingfehlern, bei denen getötete Gegner und Waffen in der Luft hängen oder bei Nahkämpfen Köpfe in Wänden verschwinden. In Außenarealen erwarten euch außerdem immer wieder Pop-Ups am Horizont, wo die Vegetation ähnlich Oblivion nach und nach aufploppt. Doch auch die Engine hat mit Problemen zu kämpfen und geht bei zu starkem Feindaufkommen schon mal in die Knie. Während sich PC- und Xbox 360-Besitzer auf Anti-Aliasing freuen dürfen, fällt die PS3-Version grafisch mit ihrer starken Kantenbildung merklich ab. Den Grainfilter, der ähnlich Biowares Rollenspiel-Hit Mass Effect oder der Silent Hill-Serie mit einem körnigen Bild für Filmflair sorgen soll, lässt sich nur am PC leicht verringern – ganz abschalten könnt ihr ihn nirgends. Die Intensität dieses Effekts schwankt aber auch während des Spiels sehr stark. Manchmal fällt euch die körnige Darstellung kaum auf, während sie vor allem in dunklen Szenen sogar störend wirkt. 

    

Kommentare

66 Kommentare

  1. ich hab mir das game gestern für die ps3 im MM für 20 taler geholt und bin grad damit fertig geworden und ich muss sagen war allemal das geld wert auch wenns nach games wie uncharted2 jetzt von der grafik nicht mehr schockt aber story und die charakter haben überzeugt bis auf das seltsame ende ...
    für mich wärs ne 86% wertung gewesen ...

  2. Bis zu dem Bürgerkrieg fand ich es auch noch spaßig, aber dann gings abwerts, das passte einfach net. da hätten sie sich lieber durch irgendein Penthouse ballern können, das wär besser gekommen. Das Ende fand ich mehr als beschissen, und total abgehackt. Wen man in den Heli geht meckert Lynch das man ein Feigling ist, aber wen nicht meckert er das das Lebensmüde ist, der is auch nie zufrieden.

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar.

Seite 1