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Killzone 2 (Shooter) – Killzone 2

Grelle Blitze zucken über sturmgrauen Himmel. Blutrote Fahnen zittern im Wind. Die Luft knistert vor Aggressivität, aber noch ist es totenstill. Noch warte ich in einem trostlosen Betonghetto auf die hässliche Fratze des Krieges. Dann geht alles ganz schnell: Propeller donnern, der Boden bebt, Mündungsfeuer leuchten auf und die Welt versinkt in einem martialischen Stakkato aus Projektilen, Schreien und Flüchen.

© Guerrilla Games / Sony

Waffen für alle

Die Umgebung lässt sich interaktiv in die Kämpfe einbeziehen, indem man explosive Fässer beschießt oder Gondeln zum Einsturz bringt.

Der Revolver knallt, das Gewehr rattert, der Flammenwerfer knistert, das Bolzenschussgewehr nagelt Feinde an Wände und die Blitzwumme (vgl. Video) lässt gleich zwei, drei Gegner wie Puppen zucken. Auch Killzone 2 spart nicht mit explosiven Argumenten und serviert mehr als ein Dutzend Waffentypen von diversen Pistolen bis hin zu Panzerfaust und Granatwerfer.

Allerdings kann man neben den Granaten, der Handfeuerwaffe und dem Messer, die eure ständigen Begleiter sind, nur eine weitere Waffe tragen – also sollte man je nach Situation zwischen Schrotflinte und Scharfschützengewehr wechseln. Das geht oft und zügig von statten, da ihr nicht nur die Waffen der Toten aufnehmen könnt, sondern auch an vielen Stellen Waffenständer findet. Im Nahkampf hat man lediglich Kolben und Messer zur Verfügung, mit denen man zuschlagen bzw. stechen kann – es gibt keine spezielle Attacke.

Auch Sixaxis wird unterstützt: Man muss an einigen Stellen über das Drehen eines Rades Türen öffnen oder Sprengkörper über dreifaches Wenden des Controllers scharf machen – das simuliert die Aktion gut und funktioniert auch gut. Die vielen MG- und Geschützturm-Szenen haben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: Man pflanzt sich hinter die schwere Wumme und ballert alles über den Haufen, was sich bewegt – inklusive Gebäude-Einsturz und reichlich Fass-Explosionen. Lediglich die Flak-Szene innerhalb des eigenen Mutterschiffs, in der man feindliche Jäger vom blitzenden Himmel holen muss, konnte grafisch überzeugen. Apropos Grafik, da muss man noch eine Lanze brechen, bevor die kritische Axt die Story trifft.

Die Power des Cell-Chips

Auch die Helghast nutzen die Deckung und verschanzen sich klug.

Das holländische Team von Guerilla hat hier mehr aus der PlayStation 3 gekitzelt als man bisher sehen konnte. Wird hier die Überlegenheit der Konsole demonstriert? Nein. Hier wird demonstriert, dass man ab sofort technisch mindestens auf par ist mit der Konkurrenz von Epic – über die Feinheiten können sich Grafikfetischisten streiten. Aber das, was Uncharted & Co angedeutet haben, wird hier klar und scharf umrissen: Die Power des Cell-Chips. Ab sofort hat auch die schwarze Flüsterkonsole ihren exklusiven, auf Hochglanz polierten Waffenporno.

Mal abgesehen von einigen kleinen Texturpeanuts bekommt man hier ganz großes Kino: Die gestochen scharfen Kulissen vereinen eine grandiose dynamische Ausleuchtung mit nahezu perfekter Kantenglättung. Die Rauch- und Qualmdarstellung stellt die komplette Konkurrenz in den Schatten. Die Lichteffekte und Räumlichkeiten werden zwei Klassen besser als in Resistance 2 inszeniert und die Details können sich sehen lassen: Einzelne Kabel schwanken an Decken, Putz bröckelt bei Beschuss ab, Lampen schwingen beim Treffer hin und her und jede instabile Deckung lässt sich in ihre Einzelteile zerlegen.

Vor allem das verschachtelte Leveldesign kann seine Joker ausspielen: Wenn man in der Stadt oder der Raffinerie mit ihren verwinkelten Gassen und mehreren Etagen unterwegs, wo überall Kämpfe stattfinden, wo in jedem Stockwerk geballert wird,

Obwohl es richtig zur Sache geht, fließt vergleichsweise wenig Blut – es gibt auch keine finalen Nahkampfmanöver.

erreicht Killzone 2 eine atmosphärische Dichte und klaustrophobische Dimension, die Gears of War 2 in der Form nicht hatte. Vor allem die vertikale Komponente in der Architektur spielt hier ihre Stärken aus, denn nicht nur vorne und hinten, auch oben und unten herrscht Häuserkampf pur. Dass man bei dem labyrinthartigen Levelaufbau nicht die Orientierung verliert, hat man einem kleinen Wegweiser à la Dead Space zu verdanken, den man bei Bedarf kurz einblenden kann.

Allerdings konnten die Kettensäger wesentlich mehr Abwechslung und pompöse Momente anbieten: Killzone 2 bietet bessere Partikel- und Lichtmomente und ein stringenteres Artdesign, Resistance 2 und Gears mehr Überraschungen, mehr dramaturgische Höhepunkte. Und die neue Pracht hat ihren Preis: Killzone 2 kommt nicht in 1080p daher, sondern in 720p. Dass Guerilla die volle Auflösung nicht anbietet, liegt vermutlich daran, dass die potente Engine auch so schon zu kämpfen hat – es gibt ab und zu Slowdowns mitten im Spiel und viele Ladephasen, in denen Daten nachgeliefert werden müssen. Aber das ist das einzige technische Manko; ansonsten besticht dieses Spiel mit einer grafischen Qualität, die wahrscheinlich bis zum Erscheinen der PlayStation 4 gewichtige Zeichen setzt. Wenn Sony diese Technologie an die Dritthersteller weiter gibt, dann dürfte die chronische Kanten- und Texturschwäche der Multiplattformtitel endgültig der Vergangenheit angehören.
    

Kommentare

1501 Kommentare

  1. Zeldafreak64 hat geschrieben:Und noch ne Verwarnung wenn Fantasy Gamer nicht bald seine übergroße Sig raustut. :P
    Ist mir irgendwie gar nicht aufgefallen, bin mich daran gewöhnt.

  2. Fantasy-Gamer36 hat geschrieben:
    The SPARTA hat geschrieben:
    DarthChefkoch hat geschrieben:Vote 4 Verwarnung für SPARTA und Fantasy Gamer36 wegen komplett sinnlosem Spam.
    Ne und du spammst gerade gar nicht (biste auf keinen Fall besser als ich) :roll:
    oder ich
    Joa, ist nicht zu vergessen. Ich hoffe das ist auch der letzte Post.

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