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Pepper Grinder im Test: Kräftig, deftig, würzig, gut

Obacht, ein Angriff auf eure Geschmacksnerven: Nein, es ist kein neues Cooking Mama erschienen, stattdessen will euch Pepper Grinder pfeffrige Plattform-Action mit einer erdigen Note im Abgang kredenzen. Der jüngst erschienene Indie-Titel konnte dank der besonderen Bohrmechanik bereits bei seiner ersten Ankündigung ordentlich Staub aufwirbeln und hat sich nun endlich auf den PC und die Nintendo Switch gegraben. Also gilt es jetzt: Mit Höchstgeschwindigkeit von links nach rechts buddeln, dabei jede Menge Edelsteine einsacken und lästige Gegner unter die Erde bringen. Wir haben für euch nachgebohrt und verraten im Test, ob es sich lohnt, sich die Hände dreckig zu machen – oder ihr den schmutzigen Geschäften lieber fernbleiben solltet.

© Ahr Ech / Devolver Digital

Für Bohrer und Sammler

Falls ihr euch vom Flow treiben lasst und schneller beim Levelende ankommt, als ihr „Pepper Grinder“ sagen könnt, habt ihr vielleicht eine der vielen Schädelmünzen übersehen: Fünf Stück davon sind in jedem Level versteckt und verlangen von euch, dass ihr am oberen Bildschirmrand schwebende Plattformen genauso im Blick behaltet wie Risse in den Grundmauern, hinter denen sich geheime Pfade befinden. Es lohnt sich also, auch mal innezuhalten oder beim Buddeln den Tunnelblick abzulegen, damit ihr keine Secrets überseht.

 

Allerdings: So richtig nützlich sind ein Großteil der Schädelmünzen nicht. In den insgesamt vier Welten könnt ihr mit zehn Exemplaren je ein Extra-Level freischalten, der Rest lässt sich in Hintergrundbilder investieren, die ihr dann mit, von euren einkassierten Edelsteinen gekauften, Stickern zukleistern könnt. So richtig zu dem geschwinden Gameplay will dieser eher an Cozy Games erinnernde Zeitvertreib nicht passen und wer sich für das entschleunigte Aufkleben nicht interessiert, der sucht nach den ersten vierzig Schädelmünzen nur noch aus Spaß und Sammelwut nach dem Rest.

 

Gepfeffert und gesalzen

Egal ob ihr die Schädelmünzen einsammelt oder ignoriert: Pepper Grinder rockt alles in allem einen angenehm knackigen Schwierigkeitsgrad. Mit vier Lebenspunkten kann Protagonistin Pepper zwar einiges einstecken, doch die sogenannten Invincibility Frames (also die Zeit, in der ihr nach einem Gegentreffer unverwundbar seid, um nicht direkt einen weiteren zu kassieren) sind knapp bemessen und die Feinde sowie Abgründe zahlreich. Sind die Speicherpunkte in Form von Laternen zunächst noch großzügig verteilt, gilt es im späteren Spielverlauf auch mal längere Passagen abzuschließen, bevor ihr das nächste rettende Licht erreicht.

 

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Gelegentlich müsst ihr beim Bohren auch mal ein paar Rätsel lösen. Besonders bei den Schädelmünzen gilt es, die Augen offen zu halten. © 4P/Screenshot

Habt ihr euer letztes Leben verbraucht, werdet ihr allerdings nicht aus dem Level geschmissen, sondern nur zur jüngst passierten Laterne zurückgesetzt – Pepper Grinder ist also durchaus ein verzeihendes Spiel. Dazu kommt, dass eingesammelte Schädelmünzen gespeichert bleiben, selbst wenn ihr danach das Zeitliche segnet; Selbstmordkommandos sind also eine valide Strategie für das Vervollständigen eurer Sammlung – sehr praktisch! Wer trotzdem an seine Grenzen kommt, kann die Spielgeschwindigkeit in den Optionen manuell und prozentual anpassen und sie somit insgesamt bis um die Hälfte reduzieren.

 

Ein echtes Buddelmuddel

Auch wenn ich diese Funktion nicht genutzt habe, bin ich zumindest bei den Bosskämpfen ab und an ein wenig in Versuchung geraten. Zwar kommen die Endgegner allesamt mit unterschiedlichen Mechaniken daher, wodurch kein Gefecht dem vorherigen gleicht, trotzdem kann bei der Ausführung etwas Frust aufkommen. Gegnerische Angriffe sind schnell und es passiert leicht, dass ihr beim Hochgeschwindigkeitsgraben mit einem plötzlich aufploppenden Projektil oder einer heruntersausenden Hand kollidiert, weil ihr einfach zu flott unterwegs wart und für eine Reaktion keine Zeit mehr blieb.

 

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Die Bosse sind durchaus eindrucksvoll, aber aus großer Geschwindigkeit kann eben auch großer Frust erfolgen. © 4P/Screenshot

So kreativ die Kämpfe auch sind, erreicht ihr mit dem Grinder zu hohe Geschwindigkeiten, um gekonnt allen Angriffen auszuweichen und präzise zu kontern. Das fantastische Bohr-Gameplay ist für die schnelle Bewegung von links nach rechts gedacht, auf engem Raum stößt sie jedoch mitunter an ihre Grenzen. Ohne aufgrund Spoilern ins Detail gehen zu wollen, verlangt vor allem der finale Boss hier wirklich, dass ihr euch auch in den kleinsten Dreckhaufen wie ein Maulwurf auf Speed verhaltet – und das kann ganz schön anstrengend werden.

 

Jetzt gibt’s was auf die (B)Ohren

Während ihr euch mit einem der abwechslungsreichen, aber fiesen Bosskämpfe quält oder das charmante Schaufeln genießt, erschallt aus euren Lautsprechern ein Drum’n’Bass-Soundtrack, der hervorragend zum hohen Spieltempo passt, ohne jedoch für kalte Schweißausbrüche und nervöse Zuckungen am Gamepad zu sorgen. Ein sanfter, aber stetig klopfender Bass schubst euch nach vorne und die elektronischen Klänge passen zum Underground-Gameplay.

 

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Kurz und knackig: In seiner Spieldauer führt Pepper Grinder immer wieder neue Mechaniken ein, wie zum Beispiel das schmerzhafte Eiswasser, in dem ihr nicht zu lange verweilen solltet. © 4P/Screenshot

Ab und an mischen sich dann noch ein paar analoge Instrumente, beispielsweise ein starkes Saxophon, dazu und bieten zusätzlichen musikalischen Drive. Wenn ihr euch vom Soundtrack oder, noch viel wichtiger, vom geschmeidigen Grabe-Gameplay selbst überzeugen wollt, könnt ihr das mit der kostenlosen Demo auf dem PC oder der Nintendo Switch tun. Auf den beiden Plattformen ist Pepper Grinder nämlich am 28. März erschienen und für die Vollversion müsst ihr lediglich 14,99 Euro und schlanke 250mb freischaufeln.

 

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