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Warface: Breakout (Shooter) – The bomb has exploded

Wer braucht denn bitte dieses Spiel? Counter-Strike erfreut sich doch nach wie vor bester Gesundheit und bekam erst dieser Tage sogar starke Konkurrenz in Form des frisch veröffentlichten Valorant. Wozu also ein Warface: Breakout, das so ungeniert von seinem unverkennbaren Vorbild abschaut, dass man von einem Klon sprechen muss? Nun, zumindest ein Grund für seine Existenz lässt sich schnell finden: Es ist der einzige Vertreter dieser speziellen Art auf PS4 und Xbox One. Aber konnten wir im Test auch weitere ausmachen?

© Allods Team / MY.GAMES

Ein Modus für alle

Es gibt übrigens nur den einen Spielmodus, wobei man zwischen einer vereinfachten und der „Hardcore“-Variante wählt, die mit aktiviertem Friendly Fire, zwölf Gewinnrunden gegenüber acht in der Casual-Einstellung sowie einer längeren Overtime (drei statt einer Runde) freilich den Kern darstellt und in den kommenden Ranglisten-Partien gespielt wird. Abgesehen davon kosten Brustpanzerung und Helm auf Hardcore Geld, sodass man hin und wieder überlegen muss, ob man lieber eine starke Waffe, Granaten oder Rüstung kauft. Das aus dem Vorbild bekannte Geldverdienen durch erfolgreiche Aktionen gibt es schließlich auch hier, weshalb man nach guten Runden in bessere Ausrüstung investiert und verbrauchte ersetzt.

Ankreiden könnte man Breakout, dass es in der aktuellen Fassung lediglich fünf Einsatzgebiete gibt. Das ist in Spielen dieser Art allerdings üblich. Neue Inhalte dürften demnächst hinzukommen und die Anzahl der Karten ist bei einem Multiplayer-Shooter, in dem man Dutzend Stunden ohnehin das gleiche macht, kein ausschlaggebender Faktor. Mir fehlt nur ein Trainingsgebiet, in dem man in Ruhe alles ausprobieren darf. Das wäre schon deshalb sinnvoll, weil man die meisten Waffen frei mit Aufsätzen bestückt, wofür sehr unterschiedliche Zielfernrohre zur Verfügung stehen. Die einfachste Lösung wäre hier natürlich das Hinzufügen privater Lobbys, aber auch die gibt es momentan nicht.

Da wir Breakout nicht auf Xbox One X testen konnten, vergeben wir keine Wertung für Xbox One. Auf der Standard-Konsole ist die Bildrate allerdings längst nicht so hoch bzw. stabil wie auf PS4 Pro und vermutlich auch Xbox One X. © 4P/Screenshot

Das auffälligste Problem ist derzeit jedoch der Netzcode, denn so gut der Shooter spielmechanisch funktioniert, so oft verliert man Schusswechsel, obwohl man etliche Treffer gelandet oder gar mehrmals den Kopf des Gegners erwischt hat. Mitunter kommt der Ablauf sogar kurz ins Stocken, was das kritische Timing im entscheidenden Moment zunichte macht. Denkt euch Verbindungsunterbrechungen hinzu, die mitunter gar einen Neustart erfordern, und es wird klar, dass Allods besonders hier unbedingt nachbessern muss! Gut, dass die Entwickler dies auch offen kommunizieren und wohl an Lösungen arbeiten – erste Verbesserungen soll das für Mittwoch angekündigte Update enthalten, mit dem auch der Ranglistenmodus Einzug ins Spiel hält. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Probleme im Moment noch deutlich stören und zu ärgerlichen Momenten führen.

Winkel und Waffen

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So stark Breakout von seinem Vorbild inspiriert ist, so gut funktioniert der Shooter im Kern. © 4P/Screenshot

Ein ganz anderer Teil des Spiels ist dafür hervorragend gelungen: das Design der fünf Karten. Dort findet man nämlich nicht nur mehrere Zugänge zu jedem größeren Areal, sondern an fast jeder Position auch verschiedene Winkel, über die man Gegner ins Visier nehmen kann, während man gleichzeitig alle anderen Richtungen sowie mögliche Laufwege der Kontrahenten bedenken sollte. Spätestens hier kommen die sehr spezifischen Vor- und Nachteile aller Waffen zum Tragen, da man die Ausrüstung dem eigenen Vorgehen anpassen sollte, um nicht mit einem Schafschützengewehr enge Gassen zu patrouillieren oder per Maschinenpistole einen fernen Posten anzuvisieren.

Zusätzlich kann man sich hinter halbhohen Kisten praktisch komplett verstecken, während man sogar vor dunklen Hintergründen und in überdachten Gängen schlecht gesehen wird, falls man sich ruhig verhält. Das  forciert ein umsichtiges Vorgehen auf beiden Seiten, was ich als positiv empfinde. Gut wäre nur ein Ping-System, über das auch Spieler feindliche Positionen durchgeben können, die den Sprachchat nicht nutzen – auch das soll im Laufe des Jahres übrigens hinzugefügt werden, genauso wie der derzeit fehlende Trainingsraum. Für die Zukunft wünsche ich mir außerdem Statistiken, die nicht nur die K/D-Rate erfassen, sondern auch Erfolge und Misserfolge pro Waffe und Team sowie das Verhältnis von Sieg und Niederlage. Denn nur darum geht es unter dem Strich.

Kommentare

6 Kommentare

  1. Sif hat geschrieben: 15.06.2020 13:45 Dann doch lieber Hunt: Showdown.
    uff...
    schaue ich jetzt "Spiel mir das Lied vom Tod" oder lieber "S.W.A.T."? Egal, in beiden wird geschossen...

  2. Sorry aber die Überschrift ist ein Totalausfall....
    Counter-Strike gibt es seit 2012 auf den Konsolen (Xbox 360 und Ps3). Sie würde nur Sinn ergeben, wenn es dort keine Versionen gäbe. 8O

  3. Fand es schon immer komisch, das valve es nie versucht hat counter strike auf Konsole zu bringen. Team Fortress war damals richtig geil auf der 360, bis es dann untergegangen ist und nicht wie die PC Version aktualisiert und ausgebaut wurde.
    Naja, so gut es in Teilen klingt, für mich kommt es 10, 15 Jahre zu spät.

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