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Wreckfest (Rennspiel) – Kontrolliertes Chaos

Typisch 2018: Die Spielewelt entwickelt sich weiter, findet vielerorts aber auch zu ihren Wurzeln. Und mit Wreckfest ist es jetzt das finnische Studio Bugbear, das sich auf das besinnt, womit sein Flatout einst bekannt wurde. Da passiert nämlich nicht viel mehr, als dass 24 Autos im Sand wühlen und im karosserievernichtenden Destruction Derby um den Sieg ringen. Macht so was heute noch Spaß? Wir haben uns für einen Test auf die Pole gedrängelt.

© Bugbear Entertainment / THQ Nordic

Ärgerlich finde ich außerdem das Fehlen jedweder Anzeigen über die Positionen anderer Fahrzeuge. Beim Blick über das Heck des eigenen Wagens lässt sich die Situation noch gut genug einschätzen. Nimmt man hinterm Lenkrad Platz, vermisse ich entsprechende Hinweise aber schmerzlich. Einen Rückspiegel gibt es ja nicht. Und apropos: Mein G29 erkennt Wreckfest zwar – verwenden konnte ich es im Spiel allerdings nicht.

Rasenmähen statt Rennspaß

Und dann sind da noch das furchtbar umständliche Aufrüsten und Einstellen der Boliden sowie die starre Karriere. Immerhin besteht Letztere aus Meisterschaften mit verschiedenen Veranstaltungen, weshalb man nicht nur in unterschiedlichen Rennklassen um eine gute Platzierung kämpft, sondern gelegentlich auch ein vorgegebenes Vehikel nutzen oder im puren Destruction Derby so lange wie möglich dem Verschrotten entgehen muss. „Muss“, wohl gemerkt, denn leider reicht es nicht, in einigen Events so viele Punkte zu verdienen, dass man andere überspringen kann – ausgesprochen blöd, wenn man

Gelungene Varianten



Wreckfest unterstützt Modifikationen über Steams Workshop. So aktiviert man dichtere Staubwolken oder Kameraperspektiven, die eine bessere Übersicht erlauben als die sehr niedrigen vom Spiel vorgegebenen. Auch inhaltliche Ergänzungen gibt es, darunter zusätzliche Upgrade-Teile. © 4P/Screenshot

Langsamfahren auf Rasenmähern in etwa so lustig findet, wie einem Kleinkind seine Sandburg zu zertreten. Richtig: Man kann Veranstaltungen beliebig oft neu starten und dadurch die benötigten Punkte zum Komplettieren einer Meisterschaft anhäufen. Aber dieses ständige Wiederholen kann doch nicht der Spielsinn sein!

Ein Setup für alle Fälle?

Dass der Kauf neuer Teile schrecklich unhandlich und unübersichtlich ist, darüber könnte ich übrigens hinwegsehen – wäre da nicht der Umstand, dass man nicht mehrere Setups speichern darf. So tauscht man vor einem Destruction Derby schon mal die komplette Ausrüstung, um von Geschwindigkeit und Beschleunigung auf bruchsichere Teile zu wechseln. Mit einem ähnlichen Umbau ändert man außerdem die Rennklasse, wenn man denselben Wagen in einem entsprechenden Event verwenden möchte. Im Gegensatz zu z.B. Forza erledigt Wreckfest diesen Schritt nämlich nicht automatisch. Umso unglücklicher, dass auch die erwähnten sekundären Aufgaben – vom Herausdrehen mehrerer Gegner bis zum Fahren der schnellsten Runde – mitunter ebenfalls verschiedene Setups nahelegen.

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Online regiert das Chaos leider nicht immer auf die gewünschte Weise. © 4P/Screenshot

Geisterfahrer – aber keine „Geister“fahrer

Zu guter Letzt wären Wagen-Einstellungen im Multiplayer praktisch, denn auch dort landet man mal in einer Rennklasse, für die man einen Wagen umrüsten müsste. Aber das Online-Rempeln hinterlässt ohnehin keinen besonders guten Eindruck. Es ist natürlich schön, dass man sowohl im LAN als auch auf selbst erstellten Servern rasen kann. Allerdings gelangt man ausschließlich über die zwar präzise einstellbare, aber unvermeidliche Serversuche in eine offene Partie – das längst übliche Matchmaking ist hier Fehlanzeige.

Hinzu kommt eine fehlende Trennung von Veranstaltungen der Marke „Wreckfest Extrem“ sowie klassischen Läufen. Nichts gegen den puren Wahnsinn, wenn ein Teil des Startfelds einfach entgegen der Fahrtrichtung seine Runden dreht. Es gibt jedoch mehr als genug Spieler, die an normalen Wettrennen interessiert sind – diese zumindest auf öffentlichen Servern aber nur selten erleben werden. Gäbe es Veranstaltungen, in denen allzu chaotische Unruhestifter als buchstäbliche Geisterfahrer einfach keine Punkte sammeln, wäre das Problem gelöst. Stattdessen könnte der Host lediglich einstellen, dass Verkehrtverkehrer verlangsamt werden, was das eigentliche Problem nur nicht aus der Welt schafft.

Kommentare

38 Kommentare

  1. Liebe den Multiplayer, dank all dem Chaos auf der Strecke kann man selbst von ganz hinten noch in die vordersten Ränge fahren, und selbst wenn nicht hat man da die beste Aussicht auf die Action. :D

  2. Gaspedal hat geschrieben: 26.06.2018 18:24 Wreckfest war für 3 Jahre tot und wurde dank THQ wiederbelebt und die Entwicklung ging seit dem blitzartig voran!! Zum Schluss wurden alle Fehler beseitigt und das Spiel fertiggestellt. Ein Hammer Rennspiel der Extraklasse. Erinnert mich stark an die guten alten Destruction Derby Zeiten. :) Dank Workshops macht es mir unendlich Spaß... ;)
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  3. Wreckfest war für 3 Jahre tot und wurde dank THQ wiederbelebt und die Entwicklung ging seit dem blitzartig voran!! Zum Schluss wurden alle Fehler beseitigt und das Spiel fertiggestellt. Ein Hammer Rennspiel der Extraklasse. Erinnert mich stark an die guten alten Destruction Derby Zeiten. :) Dank Workshops macht es mir unendlich Spaß... ;)

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